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Millimeterarbeit: Schleuse bekommt ihre Pumpe zurück

Sülfeld Schleuse Millimeterarbeit: Schleuse bekommt ihre Pumpe zurück

Die Sülfelder Schleuse hat vier Pumpen, die nachts riesige Wassermengen zurück in die Anlage schaufeln. Pumpe Nummer zwei war defekt – und kam jetzt frisch repariert wieder.

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Schleuse Sülfeld: Bis zu 60 mal pro Tag nehmen Binnenschiffe die Schleusenkammer in Anspruch.

Quelle: Fotos (4): Britta Schulze

Sülfeld. Jetzt ist die Sülfelder Schleuse wieder komplett: Die vierte Hochleistungspumpe ist wieder da. Der 7,5 Tonnen schwere Stahlkoloss wurde von einer Fachfirma repariert und zurück zur Schleuse geliefert. In der kommenden Woche soll sie wieder mit voller Leistung arbeiten.

Pumpen aus Vorkriegszeit

„Die Pumpe musste wieder instand gesetzt werden“, sagt Carmen Müller, Leiterin der zuständigen Außenstelle Vorsfelde des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Uelzen. Kein Wunder: Die Pumpen sind seit 1938 in Betrieb, als die Schleuse am damals neuen Mittellandkanal ihre Arbeit aufnahm. Vier Pumpen sind nebeneinander in der Pumphalle untergebracht. Die Kraftprotze erfüllen eine wichtige Funktion: „Wir verlieren pro Schleusung rund 13.700 Kubikmeter Wasser“, erklärt Carmen Müller. Eine ganze Menge bei bis zu 60 Schleusungen pro Tag. „Das Verlustwasser wird nachts – wenn der Strom günstiger ist – wieder zurückgepumpt.“ Dabei schafft eine dieser Hochleistungspumpen rund sechs Kubikmeter pro Sekunde – „also einen herkömmlichen Gartenteich pro Sekunde“, schmunzelt Müller. Ein System, das – gemeinsam mit den Speicherbecken – hervorragend funktioniert: „Wir sparen rund 50 Prozent Wasser ein“, so Müller.

Bis zum normalen Betrieb dauert es noch ein bisschen

Doch dafür müssen alle vier Pumpen funktionieren: Das tat Pumpe Nummer zwei zuletzt nicht mehr und musste in die Fachwerkstatt transportiert werden. Jetzt brachte sie ein Laster zurück zur Pumpenhalle, mit Hilfe eines Krans wurde der Stahlkoloss zurück in seine Kammer gebracht. „Das ist Millimeterarbeit“, betont Carmen Müller. „Wir brauchen rund eine Woche, bis sie wieder pumpen kann.“ In der vergangenen Woche checkten Taucher und ein Saugwagen das Einleitungsbecken und reinigten es. Geht alles gut, soll in der kommenden Woche der Probelauf der Pumpe starten – danach soll sie in den normalen Betrieb übergehen.

Aber langfristig sind weitere Maßnahmen fällig: „Die Pumpenhalle ist 1938 gebaut worden und weist einige Risse auf. Früher oder später muss sie erneuert werden“, sagt Carmen Müller. Und die anderen Pumpen stammen ebenfalls aus den 1930er Jahren...

Von Carsten Bischof

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