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Fallersleben Lehrerin schenkte Wolfsburg viele Theaterfans
Wolfsburg Fallersleben Lehrerin schenkte Wolfsburg viele Theaterfans
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19:02 14.05.2018
Fallersleben: Marlene Hörmann heute vor der Hoffmann-von-Fallersleben-Realschule. Am roten Gebäudeteil steht mittlerweile „Gymnasium“... Quelle: Roland Hermstein
Fallersleben

36 Jahre lang war Marlene Hörmann Lehrerin an der Realschule in Fallersleben. Sie kam anfangs vor allem beruflich in Berührung mit Wolfsburg, das – wie sie – in diesem Jahr 80 Jahre alt wird. Die Hoffmannstadt ist ja erst seit 1972 ein Teil der früheren „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“.

Fallersleben: Marlene Hörmann Ende der 60er Jahre vor der Hoffmann-von-Fallersleben-Realschule. Quelle: Repro Roland Hermstein

Für Marlene Hörmann war der Klieversberg in den 1960er Jahren lediglich ein schönes Ziel bei Klassenausflügen, die damals noch von Liedern und Kreisspielen geprägt waren. „Wir brauchten nicht viel Geld, um Spaß zu haben“, sagt sie.

Später schätzte sie die kulturelle Vielseitigkeit der wachsenden Großstadt und sorgte zum Beispiel dafür, dass auch der Nachwuchs das Sharoun Theater lieben lernte. In mehr als 30 Jahren warb sie pro Spielzeit im Durchschnitt 70 junge Abonnenten, von denen viele dem Theater auch nach ihrer Schulzeit treu blieben.

Spätestens zu der Zeit, als sie wegen der WAZ-Stadtgeburtstags-Reihe über ihre persönliche Beziehung zu Wolfsburg nachdachte, wurden ihr viele Vorteile bewusst. Schon in den 60ern habe Volkswagen Karajan für ein Konzert und Werke von van Gogh oder französischen Impressionisten für Ausstellungen in der Stadthalle geholt, erinnert sie sich und ergänzt: „Heute gibt es das Kunstmuseum, das Planetarium, das Phaeno, die Autostadt und das Italienische Kulturinstitut.“ Bei der Volkshochschule besuchte sie selbst Computerkurse und frischte ihr Spanisch auf. Auch das Hasselbachtal, den Stadtwald und den Allersee schätzt sie und feiert gern bei den großen Festen mit – wie zum Beispiel beim Niedersachsentag.

1962 zog Marlene Hörmann, geborene Nehrkorn, nach Fallersleben. Die Hoffmannstadt wurde 1972 zu einem Teil Wolfsburgs. Der Klieversberg war aber schon vorher ein beliebtes Ausflugsziel für die Fallersleber Schüler, wie das Fotoalbum der Lehrerin und Lyrikerin zeigt.

Heimat aber ist für die gebürtige Braunschweigerin doch eher die Hoffmannstadt Fallersleben. 1962 lebte sie hier für ein halbes Jahr als ledige Lehrerin im Schwefelbadhaus in einer Ein-Zimmer-Wohnung und unterrichtete eine fünfte Klasse in der Hofekampschule – das heutige Schulgebäude auf dem Windmühlenberg gab es noch nicht. Irgendwann habe der damalige Rektor „das Fräulein Nehrkorn“ in sein Zimmer zitiert, um sie zurecht zu weisen, erinnert sie sich. Ihr Vergehen: „Ich trug eine Hose.“ Jedes Jahr zum Schützenfest gab es übrigens ein neues Kleid. Da wurde beim Umzug „schon sehr genau geguckt“, was Frau anhatte.

Mit ihrem Mann Wilhelm Hörmann lebte sie später in der Ehmer Straße, 1974 folgte der Umzug der mittlerweile vierköpfigen Familie ins selbst gebaute Eigenheim. Der VW-Ingenieur begleitete seine Frau bei Klassenausflügen Anfang der 60er Jahre übrigens häufig als zweite Aufsichtsperson. „Er hat mit den Jungs Fußball gespielt, ich mit den Mädchen Volleyball. Es waren ja 35 Schülerinnen und Schüler“, erzählt sie.

Lyrikerin: Marlene Hörmann mit ihrem Gedichtband „...ein Lächeln bleibt“ im Jahr 2013. Quelle: Archiv

Bis zur Pensionierung 1998 unterrichtete Marlene Hörmann Englisch, Französisch und Religion. Privat widmete sie sich der Lyrik. Neun Gedichtbände hat sie veröffentlicht und war schon oft auf Lesereise. Auf diese Art lernte sie auch die Stadt Wolfsburg noch besser kennen, die ja bekanntlich aus vielen Teilen besteht. Ein ganz wichtiger ist und bleibt natürlich Fallersleben.

Alle Artikel dieser Serie finden Sie auf unserer Themenseite.

Von Andrea Müller-Kudelka

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