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Fallersleben HypoWave: Wie gereinigtes Abwasser dem Salat-Anbau nützt
Wolfsburg Fallersleben HypoWave: Wie gereinigtes Abwasser dem Salat-Anbau nützt
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00:19 12.04.2019
So sieht es bald aus: Der WEB-Verwaltungsrat schaute sich HypoWave an. Quelle: Archiv
Hattorf

Wasser ist weltweit knapp. Deshalb sind Alternativen für die wasserintensive Landwirtschaft unbedingt nötig. Auf der Kläranlage in Hattorf läuft dazu seit 2017 ein hochinteressantes Projekt, das das Bundesforschungsministerium fördert: HypoWave. Es funktioniert ähnlich wie die gute alte Hydrokultur: Pflanzen wachsen ohne Erde und mit ganz wenig Wasser. So läuft das auch im Gewächshaus auf der Kläranlage, nur dass es kein herkömmliches Wasser ist, sondern aufbereitetes Abwasser. Und das funktioniert sehr erfolgreich.

Das Wasser läuft in einem Kreislauf, nichts davon versickert im Boden

Gerade laufen die Vorbereitungen für die neue Saison, die auch die letzte ist. „Das Projekt läuft Ende des Jahres aus“, sagt Gudrun Peters von den Wolfsburger Entwässerungsbetrieben (WEB), die das Gelände für das Projekt zur Verfügung stellt. In dem Gewächshaus sind lange Reihen mit Rohren aufgebaut, die Löcher haben. In die Löcher kommen Salat-Setzlinge. Das Wasser, das sie brauchen, läuft in einem Kreislauf, nichts davon versickert im Boden. Ursprünglich war Spinat geplant, doch der war nicht robust genug bei zeitweise hohen Temperaturen im Gewächshaus. Herkömmlicher Kopfsalat sei besser, „der verzeiht alles“, erklärt Jörn Germer von der Universität Heidenheim, die das Projekt ebenso wie die TU Braunschweig begleitet. Außerdem gibt es bei Salat pro Saison drei oder vier Ernten; das erweitert die Versuchsmöglichkeiten.

Anteile der Mikronährstoffe muss nachdosiert werden

Nach jeder Ernte wurde geschaut, wie sich die Aufzucht noch verbessern lässt. So erhielten einige der Rohre, in denen die Pflanzen wachsen, im vergangenen Sommer einen weißen Anstrich. „Die Rohre werden dadurch nicht so heiß und damit ist die Verdunstung des Wassers nicht so groß“, sagt Gudrun Peters. Die Forscher stellten außerdem fest, dass die Anteile der Mikronährstoffe im Abwasser nicht ausreichen, daher muss nachdosiert werden.

Eine wichtige Erkenntnis für Kläranlagen in der Region

Natürlich probierten die Experten auch fleißig den geernteten Salat. Der sei geschmacklich richtig gut. Davon müssen jetzt auch Verbraucher überzeugt werden. Dann ist HypoWave eine echte Alternative zur Landwirtschaft. Das hydroponische Anbauverfahren hat noch mehr gezeigt: Es kann Phosphor und Stickstoff effizient und kostengünstig aus Wasser entfernen. Eine wichtige Erkenntnis für Kläranlagen in der Region, aber auch für Afrika. Dort wird Gemüse schon mit Abwasser beregnet – aber von oben auf die Pflanzen. Dadurch gebe es viele Keime. Wer sich das Projekt anschauen möchte: Am 23. Mai gibt es von 11 bis 18 Uhr Führungen auf der Kläranlage Hattorf im Rahmen der Gewässerwoche Schunter.

Von Sylvia Telge

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