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Hattorf liebt Störche – aber nicht ihren Kot

Nest auf der Plantage Hattorf liebt Störche – aber nicht ihren Kot

Ganz Hattorf jubelt: Seit 1958 brütet erstmals wieder ein Storchenpaar im Ort und zieht zwei Junge groß. Die Brut startete erst im Juli, also reichlich spät – aber es wird. Vier Störche im Nest auf dem Mehrgenerationenhaus Plantage, das heißt aber auch viermal Storchenkot. „Wir müssen uns da bis zum nächsten Jahr etwas überlegen“, sagt Tim Fahse vom Verein „Raum zum Wachsen“.

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Kot-Problem: Rund um den Schornstein mit dem Storchennest ist alles weiß gesprenkelt – in der Sandkiste kann man deshalb nicht mal mit Regenschirm-Schutz spielen.

Quelle: Sebastian Bisch

Hattorf. Als die Störche im Juli auf der Plantage einzogen, war die Freude riesig: „Seit 1958 gab es kein Paar mehr in Hattorf, damals hatte der Blitz beim Bauern Tille eingeschlagen, wo es ein Nest gab“, weiß Hattorfs Ornithologe Gerd Trojahn. Zwei Storchenkinder gedeihen jetzt über dem Mehrgenerationenhaus ganz prächtig. Allerdings haben sie auch eine prächtige Verdauung. „In einem Radius von viereinhalb Metern rund um den Schornstein ist nichts mehr nutzbar“, seufzt Tim Fahse vom Verein „Raum zum Wachsen“.

Das Gestell für das Storchennest stammt noch von Vorbesitzer Arthur Brandt. Er hatte jahrelang auf gefiederte Untermieter gehofft. Eine Sandkiste hat der Verein mit Eröffnung des Mehrgenerationenhauses am Schornstein eingerichtet – sie ist jetzt trotz Abdeckung nicht nutzbar. „Das stinkt“, sagen die Kinder. Und eigentlich soll der „Raum zum Wachsen“ demnächst durch einen Pizzaofen bereichert werden; die Terrasse wäre ein idealer Platz. „Aber im Moment sieht das hier aus wie auf einer Guano-Plantage“, scherzt Fahse. „Wir brauchen einen Spritzschutz oder so. Wir müssen uns auf jeden Fall bis zum nächsten Jahr etwas überlegen.“

Er möchte die Klagen nicht falsch verstanden wissen. „Dass die Störche hier sind, ist total cool – alle freuen sich, vom Schulkind bis zum Rentner. Wir müssen eben einen Weg finden, dass wir koexistieren können.“ Vorerst beobachten alle – trotz der ungeliebten weißen Sprenkel – gespannt die Entwicklung der Vogelkinder. Kürzlich wurden die beiden jüngsten Störche Wolfsburgs von Storchenbetreuer Georg Fiedler mit Unterstützung der Vorsfelder Feuerwehr beringt. Er ist optimistisch, dass sie ihre Reise gen Süden im Herbst erfolgreich antreten können.

Von Andrea Müller-Kudelka

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