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Gedenken an die 31 Todesopfer

Ehmer Grubenunglück von 1917 Gedenken an die 31 Todesopfer

Vor 100 Jahren kam es am ehemaligen Ehmer Kalibergwerk zu einem folgenschweren Unglück: Durch die giftigen Dämpfe einer Explosion wurden 120 Bergarbeiter schwer verletzt, 31 starben. Mit einem Gedenkgottesdient am Sonntag, 12. Februar, ab 18 Uhr in der St.-Ludgeri-Kirche und einer Kranzniederlegung am Montag, 13. Februar, ab 11 Uhr auf dem Friedhof an der Dammstraße soll der Opfer gedacht werden.

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Ehemaliges Kaliwerk in Ehmen: Am 13. Februar 1917 gab es ein Grubenunglück, bei dem 31 Menschen starben.

Ehmen. Ehmens Pastor Hartmut Keitel hat die historischen Ereignisse recherchiert: 1897, in dem Jahr, als die Ludgeri-Kirche eingeweiht wurde, zählte Ehmen 600 Einwohner und war von der Landwirtschaft und vielen kleinen Handwerksbetrieben geprägt. Das änderte sich in den folgenden Jahren mit der Eröffnung des Kalibergwerks 1898. Ehmen wurde der größte Industriestandort der Region. Das Kalibergwerg, das bis 1925 in Betrieb war, beschäftigte zeitweise bis zu 1000 Arbeitnehmer. Für die Mitarbeiter dieses Industriewerkes und deren Familien wurden abseits vom Ortskern Wohnhäuser gebaut, die einen eigenen Ortsteil bildeten. Straßennamen wie „Alte Kolonie“ oder „Neue Kolonie“ weisen noch heute darauf hin.

Während des Ersten Weltkriegs kam es am 13. Februar 1917 zu einem schweren Bergwerksunglück. Ein Temperaturumschlag hatte vermutlich dazu geführt, dass sich Sprengmittel auf der Metersohle 400 selbst entzündeten. Giftige Rauchschwaden zogen durch die Flöße. 120 Menschen zogen sich starke Vergiftungen zu. Für 31 Männer kam jede Hilfe zu spät. Unter den Todesopfern waren 13 Deutsche und 18 Kriegsgefangene aus Russland, Polen, Frankreich und Belgien. Die Trauerfeier für die tödlich Verunglückten fand am 18. Februar auf dem Betriebshof des Werkes statt, wo alle Särge der Opfer aufgebahrt waren. Die Allerzeitung berichtete am 19. Februar 1917: „Die Direktion der Gewerkschaft Einigkeit I hatte alles aufgeboten, um die Beisetzungsfeier der Größe des Unglücks entsprechend zu einer würdigen zu gestalten. Das Leichenbegängnis, welches wohl einige 1000 Menschen umfasste, dürfte wohl das größte bisher Dagewesene im Kreise Gifhorn sein.“

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