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Ehmen: Grubenunglück vor 100 Jahren

Gedenkfeier auf dem Friedhof Ehmen: Grubenunglück vor 100 Jahren

Ehmen gedachte am Montag der Opfer des Grubenunglücks vor 100 Jahren im Kalischacht auf dem Friedhof. Am 13. Februar 1917 hatte sich gegen 12.30 Uhr Sprengstoff entzündet und löste eine Katastrophe aus: 32 Männer, darunter 18 Zwangsarbeiter, starben; 40 Bergarbeiter kamen verletzt ins Krankenhaus.

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Es war eine Katastrophe: Ehmen gedachte der Opfer des Grubenunglücks vor 100 Jahren. Auf dem Friedhof wurden Kränze niedergelegt.

Quelle: Roland Hermstein

Ehmen. Ein Temperaturumschwung hatte vermutlich dazu geführt, dass sich Sprengmittel auf der Metersohle 400 selbst entzündet hatten. Giftige Rauchschwaden entstanden, 120 Menschen zogen sich starke Rauchvergiftungen zu. „Es ist das schlimmste Unglück in der neueren Ehmer Geschichte“, sagte Pastor Hartmut Keitel bei der Gedenkfeier. Aber es sei in der Bevölkerung kaum präsent, auch die Geschichtsschreibung nehme keine Kenntnis davon. „Deshalb ist es um so wichtiger, dass wir der Opfer gedenken“, erklärte Ortsbürgermeister Peter Kassel. Er erinnerte in seiner Rede an das Grubenunglück von Lengede, das sich 1963 nur wenige Kilometer von Wolfsburg entfernt ereignete. Es sei ähnlich schwer gewesen, die Rettung der Kumpel aber spektakulärer, vielleicht sei das Unglück deshalb so präsent.

Die Redner erinnerten daran, dass unter den Opfern in Ehmen auch Zwangsarbeiter aus Frankreich, Belgien, Polen und Russland waren. „Das Leid war weit über die Grenzen Ehmens groß“, so Keitel. Er schlug einen Bogen zu den schweren Luftangriffen auf Dresden 1945. Der Pastor von St. Ludgeri erinnerte daran, dass bei beiden Ereignissen „ungezählte Vaterunser gebetet wurden, die Tod und Schrecken nicht aufhalten konnten“.

Der Kalischacht in Ehmen ist längst Geschichte. Der Bergbau hatte das bäuerlich geprägte Ehmen zum Industriestandort gemacht, „der Wasserturm erinnert noch heute daran“, so Bürgermeister Ingolf Viereck.

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