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Dorffeste leiden an Besucherschwund

Wolfsburg-Heiligendorf Dorffeste leiden an Besucherschwund

Heiligendorf. 2016 wird es das letzte Schützenfest in Heiligendorf geben - das beschloss der Verein am Wochenende. Auch beim Adventssingen zahlten Mitwirkende vieler Vereine wegen fehlender Gäste schon drauf. Stirbt mit den Traditionen die Dorfgemeinschaft? Die Heiligendorfer wollen gegensteuern.

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Traditionen ohne Zukunft? Für das Osterfeuer fehlt in Heiligendorf zurzeit der richtige Platz. Das Schützenfest leidet seit Jahren an Gäste-Schwund.

Quelle: Boris Baschin

Vize-Ortsbürgermeister Marco Meiners ist traurig, sagt aber auch: „Der Verein hat in den letzten zehn Jahren alles getan, um das Fest zu retten. Die Event-Dichte ist einfach zu hoch.“

„Am Engagement der Mitglieder und Helfer liegt es nicht“, betont auch Vize-Vorsitzende Edda Jocksch, die den Festausschuss der Schützen leitet. Bei so wenig Gästen lasse sich ein Fest eben nicht finanzieren. Ab 2017 wollen die Schützen ihren König im Vereinsheim ausschießen, ohne Zelt und Musik. „Junge Leute wollen solche Traditionen wohl nicht mehr“, sagt Jocksch.

Martina Weinert, Vorsitzende des Kulturvereins (HKB) ist schockiert. „Aber ich kann die Entscheidung verstehen“, sagt sie. Erklärung für den Schwund: Zeitmangel und Überangebot. „Heute gibt es ja schon bei runden Geburtstagen Live-Musik.“

„Der Trend geht weg von Vereinen, viele lassen sich nicht mehr gern verpflichten“, analysiert Christian Laufer (Gemischter Chor). Aber er sagt auch: „Wir lassen uns nicht unterkriegen!“ Feuerwehr und TSV sorgen jetzt gemeinsam dafür, dass es trotz der bisher vergeblichen Suche nach einem neuen Osterfeuer-Platz einen Treffpunkt für die gibt, die feiern wollen: Am Samstag, 26. März, ab 18.30 Uhr brennen am Sportzentrum Feuerkörbe. „Wir arbeiten gegen den Trend“, sagt Vize-Ortsbrandmeister Tobias Schmidt. Ab 2017 soll es sogar wieder einen Feuerwehrball geben.

amü

Neue Ideen

ein Kommentar von Andrea Müller-Kudelka

Früher waren Schützenfeste der Höhepunkt im Ort; dafür kleidete man sich sogar neu ein. Gleich danach kam der Feuerwehrball. Und dann kam lange, lange gar nichts – weil es nichts Vergleichbares gab. Heute sind die Menschen mobiler, die Veranstaltungen größer und die Angebote zahlreicher.  Das Sterben der Schützenfeste hat nicht erst in Heiligendorf begonnen und es wird auch nicht dort enden.

Wichtig ist, dass solche Veranstaltungen durch neue Gemeinschaftserlebnisse vor Ort abgelöst werden. Projekte, zu denen Menschen gern kommen, auch wenn sie die Tradition nicht verpflichtet. Die Heiligendorfer Vereine sammeln schon Ideen und wollen sie auch anpacken. Ich drücke die Daumen, dass es klappt.

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