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Fallersleben Die Nationalhymne ändern? Vorschlag findet keine Fans
Wolfsburg Fallersleben Die Nationalhymne ändern? Vorschlag findet keine Fans
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00:24 10.03.2018
„Hände weg von unserer Nationalhymne“: Wolfsburger verteidigen das Erbe des Dichters. Quelle: dpa
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Fallersleben

 Kurz vor dem Internationalen Frauentag hatte Kristin Rose-Möhring, Gleichstellungsbeauftragte im Familienministerium, die Idee, den Text der deutschen Nationalhymne zur Diskussion zu stellen. Grund: Frauen würden sich in den von August Heinrich Hoffmann 1841 gewählten Worten nicht wiederfinden. In Wolfsburg – und speziell in Hoffmanns Geburtsort Fallersleben – findet sie kaum Unterstützung.

Heinrich Hoffmann von Fallersleben: Der Fallersleber verfasste 1841 den Text der deutschen Nationalhymne. Quelle: dpa

Seit 1982 arbeitet die studierte Sprachwissenschaftlerin im Bundesfamilienministerium, seit 2001 als Gleichstellungsbeauftragte. Erst mit ihrem jüngsten Vorschlag hat sich ihr Bekanntheitsgrad rasant gesteigert. Zwei Worte würde sie in der Nationalhymne, der dritten Strophe von Hoffmanns Deutschlandlied, gern ändern: „Vaterland“ zu Heimatland und „brüderlich“ zu couragiert machen.

Wolfsburgs Gleichstellungsbeauftragte Beate Ebeling sagt dazu: „Grundsätzlich finde ich zwar, dass wir uns bemühen sollten, geschlechtergerecht zu sprechen – aber es gehört Augenmaß dazu.“Alte Texte umzudichten sei weniger sinnvoll. Trotzdem begrüßt Ebeling die Diskussion, denn: „Sprache malt Bilder und ist deshalb ein wichtiges Thema.“

Gleichstellungsbeauftragte in Wolfsburg: Beate Ebeling begrüßt zwar die Diskussion über Sprache, würde aber selbst historische Texte eher nicht ändern. Quelle: Britta Schulze

Dr. Kurt Schuster, Philologe und Präsident der Hoffmann-Gesellschaft, findet die deutsche Sprache ausgewogen: „Dem Vaterland steht die Muttersprache gegenüber“, bemerkt er und ergänzt: „Ich sehe durchaus viele Anlässe, an der Gleichberechtigung weiter zu arbeiten, aber wenn ein Dichter schreibt, sollte man sich hüten, seine Strophen zu verunstalten.“

Gar nicht begeistert: Dr. Kurt Schuster, Präsident der Hoffmann-Gesellschaft. Quelle: WAZ-Archiv

„Wir haben wichtigere Themen“, sagen übereinstimmend Immacolata Glosemeyer (SPD) und Angelika Jahns (CDU). Glosemeyer nennt als Beispiele die Situation von Frauenhäusern, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie gleiche Bezahlung. Jahns spricht auch vom Stolz auf Deutschlands Dichter und Denker und sagt: „Hände weg von unserer Nationalhymne.“ Kopfschüttelnd reagierten Hoffmann-Kenner und Namensvetter Jörg Hoffmann sowie Ortsbürgermeisterin Bärbel Weist auf den Vorstoß. „Wichtig ist, Gleichberechtigung zu leben – nicht einzelne Wörter zu ändern“, sagt sie.

Von Andrea Müller-Kudelka

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