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Der Biber wird wieder heimisch

Fallersleben und Vorsfelde Der Biber wird wieder heimisch

Wer mit Hans-Georg Pudack vom Umweltamt der Stadt durch die Natur streift, sieht unübersehbare Bissspuren, die beweisen: Der Biber ist rund um die VW-Stadt wieder heimisch geworden.

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Biberdamm im Ilkerbruch: Hansgeorg Pudack vom Umweltamt der Stadt zeigt das imposante Bauwerk. Kaum ist es abgetragen, legt der Biber wieder los.

Quelle: Foto: Britta Schulze

Fallersleben/Vorsfelde. Rund 100 Jahre lang galt er in dieser Region als ausgestorben. Jetzt ist wieder da: der Biber. Allein im Stadtgebiet von Wolfsburg gibt es etwa zehn Paare, im gesamten Drömling sollen es 50 bis 60 sein. Tendenz steigend. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, die fleißigen, nachtaktiven Nager in Natura zu sehen.

Carmen Müller, Leiterin der Außenstelle Vorsfelde des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Uelzen, sieht die Spuren des putzigen Wasserbewohners regelmäßig: „Er ist einer meiner fleißigsten Mitarbeiter“, scherzt sie. Rund um den Mittellandkanal nagt der Biber immer wieder Äste und Bäume um. Allerdings nicht aus purer Langeweile: „Er baut daraus seine Burg und ernährt sich im Winter von den Rinden der Bäume“, erklärt Hansgeorg Pudack vom Umweltamt der Stadt Wolfsburg. Er zeigte der WAZ jetzt einen Biberbau in Fallersleben – und war selbst beeindruckt: „Riesig!“ Das Gebilde im Ilkerbruch aus Büschen, Baumteilen, Schlamm und Laub war mehrere Meter lang und locker 1,50 Meter hoch. Einen Eingang sucht man vergebens: „Der Biber schwimmt seinen Bau von unten durch einen unterirdischen Gang an. Der Eingang liegt unter Wasser“, erklärt Pudack. Aktuell legt sich der Fallersleber Biber in der Nähe seines Baus Vorräte im Wasser an – schließlich will er auch bei Eis und Schnee etwas zum Knabbern in Reichweite haben.

Fleißiger Nager

Fleißiger Nager: Etwa zehn Biber-Paare leben im Wolfsburger Stadtgebiet – im Ilkerbruch werden die Bauten inzwischen zum Problem

Quelle: Archiv

Massiv sind zum Leidwesen von WEB und Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt auch die Dämme, die er sich in Nebenflüsschen und Bächen baut: „Der Biber braucht eine gewisse Wassertiefe. Baut er einen Damm, staut er das Wasser auf, bis diese Tiefe erreicht ist.“ Das Problem: Das Wasser kann bis dahin kaum noch abfließen. Die Folge: WEB oder andere Behörden müssen Biberdämme immer wieder abtragen, damit das Wasser – etwa aus einem Düker – abfließen kann. Das gefällt dem Biber natürlich gar nicht: Er nagt sich erneut Dammmaterial zurecht und zieht das Bauwerk wieder hoch – ein ewiger Kreislauf der Natur. Und die Zahl der Biber wird weiter zunehmen: „Pro Biberpaar gibt es zwei bis sechs Junge“, berichtet Pudack. Bis zur Geschlechtsreife bleiben sie bei ihrer Familie, dann werden sie von den Eltern verscheucht und müssen sich woanders ansiedeln; bauen dort Dämme und Burgen.

Natürliche Feinde hat der rund 30 Kilo schwere und bis zu einem Meter lange Biber nicht. Höchstens den Wolf. Doch der ist (noch) äußerst selten und springt ungern ins Wasser – Vorteil für den Biber und seine Ausbreitung über Aller, Drömling und Mittellandkanal.

Von Carsten Bischof

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