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Zuschauerzahl - Allofs schimpft: „Enttäuschend“

VfL Wolfsburg Zuschauerzahl - Allofs schimpft: „Enttäuschend“

Wolfsburg. Das Champions-League-Comeback des VfL Wolfsburg nach sechs Jahren Abstinenz in der Köningsklasse sahen am Dienstagabend 20.126 Zuschauer - zu wenig für Manager Klaus Allofs. Das nicht ausverkaufte Stadion brachte sogar den VfL-Boss auf die Palme.

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Nur 20.126 Zuschauer: Klaus Allofs ist sauer über die Zuschauerzahl beim Champions-League-Spiel gegen ZSKA Moskau.

Quelle: dpa

Klaus Allofs’ Sorge um das Image des VfL Wolfsburg stellte sogar das perfekte Heimdebüt von 35-Millionen-Euro-Mann Julian Draxler in der Schatten. Beim 1:0 (1:0) des Vizemeisters gegen ZSKA Für Sportchef Allofs war das nur schwer verdaulich. „Das ist enttäuschend, das hat die Mannschaft nicht verdient“, schimpfte Allofs und fügte ironisch hinzu: „Ich habe die Hymne vor dem Spiel gar nicht mitbekommen. Ich musste erst mal gucken, wo die ganzen Zuschauer sind.“ 

Eine Erklärung dafür hatte der VfL-Manager nicht wirklich, begegnete auch Fragen danach mit Ironie. „Vielleicht müssen wir die Leute hier zwangsverpflichten“, meinte Allofs und fügte hinzu: „Wir werden das angehen.“ Das Phänomen in Wolfsburg bei Spielen in der Woche ist nicht neu. Zu DFB-Pokalspielen an einem Dienstag oder Mittwoch kommen manchmal nur um die 10 000 Zuschauer - auch gegen Bundesligisten. Meist wird dies dann mit der Schichtarbeit beim VfL-Mutterkonzern Volkswagen begründet. 

Diesmal aber ging es um Europas Fußball-Elite, und da hätte Allofs sich gerne mehr Unterstützung auch außerhalb der Stadt gewünscht. Den Verweis auf die VW-Abendschicht vermied der Manager diesmal bewusst, zumal das Stadion bei der Wolfsburger Königsklassen-Premiere 2009 zweimal voll und einmal (auch gegen ZSKA) nahezu ausverkauft war.  

Trainer Dieter Hecking hielt sich in der Bewertung des Problems noch zurück, konnte sich aber eine Spitze nicht verkneifen. „Ich finde, dass unsere Kurve überragend war. Und die anderen, die da waren, gehen hoffentlich zufrieden nach Hause“, sagte der Coach nach seinem persönlichen Champions-League-Debüt süffisant.  

Allofs und Hecking dürfte klar sein: Solange der VfL den mangelhaften Zuschauerzuspruch abseits der Bundesligaheimspiele nicht in den Griff bekommt, wird es der Club mit seinem Image immer schwer haben, Stars dauerhaft zu halten. Trotz aller Finanzkraft und möglicher weiterer Titel wird der VfL niemals an die Faszination traditioneller europäischer Top-Clubs heran reichen.  

Beispiele wie den FC Barcelona, Real Madrid oder den nächsten Gruppengegner Manchester United (30. September) muss man noch nicht einmal bemühen. Der Fußballer des Jahres Kevin De Bruyne bestand auf seinen Wechsel zu Manchester City, obwohl die Engländer - zumindest kurzfristig - nicht unbedingt mehr sportlichen Erfolg versprechen. Am Dienstag verlor City gegen das kriselnde Juventus Turin 1:2 - ohne De Bruyne in der Startelf.  Nicht jeder ambitionierte Profi beim VfL ist so bescheiden wie De-Bruyne-Ersatz Draxler, der sich nach chaotischen Jahren auf Schalke nach Ruhe sehnte. „Wer ihn hier jeden Tag sieht, sieht einen ganz geerdeten jungen Fußballer, der eigentlich nur eins will: Mit Spaß Fußball spielen“, sagte Hecking.  

Dies stellte der Neuzugang eindrucksvoll unter Beweis. Nach schwachem Debüt für den VfL beim 0:0 am Wochenende in Ingolstadt brachte der erst 21-Jährige gegen ZSKA all seine Erfahrung aus zuvor 23 Champions-League-Partien auf den Platz. Er agierte umsichtig, souverän und dominant. Sein Siegtreffer (40. Minute) war am Dienstagabend verdienter Lohn für eine starken Auftritt. „Viel zu meckern gibt es nicht“, sagte Draxler, und Hecking befand: „Heute hat er gezeigt, warum wir uns kurzfristig so intensiv um ihn bemüht haben. Heute hat er schon was zurückgegeben.“

dpa

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