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„Wir hoffen, dass das noch mal einen Schub gibt“

VfL Wolfsburg „Wir hoffen, dass das noch mal einen Schub gibt“

Francisco Garcia Sanz und Stephan Grühsem hatten gestern gute Laune – der Aufsichtsrats-Chef der VfL-GmbH und sein Vize konnten die Vertragsverlängerung mit Klaus Allofs, Manager des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten, verkünden. Aber der VW-Vorstand und der Kommunikations-Chef des Konzerns hatten im Interview noch mehr zu erzählen.

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Im WAZ-Interview: Francisco Garcia Sanz (l.) und Stephan Grühsem (r.).

WAZ: Die Vertragsverlängerung von Klaus Allofs war ein Selbstgänger, oder?
Garcia Sanz: Vor allem ist es eine gute Nachricht. Der VfL hat sich in den gut zwei Jahren mit Klaus Allofs nicht nur so entwickelt, wie wir uns das vorgestellt hatten, die Ziele sind sogar etwas früher erreicht worden. Diese Saison ist ein ganz großer Erfolg - egal, wie die letzten Spiele in Köln und Berlin ausgehen werden.
Grühsem: Wir hoffen natürlich auch, dass diese Nachricht noch mal einen Schub für die anstehende große Aufgabe in Berlin gibt. Das wäre dann das Sahnehäubchen auf einer ohnehin schon tolle Saison.

WAZ: Welche sportlichen Ziele verbinden Sie mit der Vertragsverlängerung?
Garcia Sanz : Als Allofs 2012 kam, haben wir das Ziel formuliert: Langfristig mit dem VfL im oberen Drittel mitspielen und nachhaltig im Europa-Geschäft mitmischen. Dieses Ziel brauchen wir nicht zu ändern. Wichtig ist, keine Eintagsfliege zu sein...

WAZ: ...um dann Bayern anzugreifen?
Garcia Sanz: Um Leverkusen, Schalke, Dortmund anzugreifen. Wir wollen oben mitspielen.

WAZ: Im Winter kam André Schürrle für 30 Millionen Euro. Geht‘s in dieser Transfer-Größenordnung weiter?
Garcia Sanz: Wir werden nichts Verrücktes machen, aber weiter in Qualität investieren. Schürrle war schon ein Vorgriff auf die Champions-League-Teilnahme im nächsten Jahr. Wenn so eine Taube vorbeifliegt, muss man als Verein reagieren. Wir werden jetzt nicht sagen: Nun haben wir Champions-League-Einnahmen, nun kaufen wir ganz wild ein.
Grühsem: Mir kommt dabei etwas zu kurz, dass wir eine ganz entscheidende Verpflichtung ja schon gemacht haben. Max Kruse ist ein Hammer-Transfer! Das ist hier vor Ort vielleicht gar nicht so richtig gewürdigt worden. Der hat eine Mords-Saison hingelegt - nicht zum ersten Mal - und war ganz wichtig für die erfolgreiche Saison der Gladbacher. Kruse hat in Sachen Schnelligkeit und Effizienz absolute Topwerte vorzuweisen. Diese Verpflichtung kann man gar nicht hoch genug bewerten. Das ist ein sehr großer Baustein für uns für die nächste Saison.

WAZ: Nach der Saison steht womöglich eine Vertragsverlängerung mit Kevin De Bruyne an. Bekommt er eine Ausstiegsklausel?
Garcia Sanz: Wir werden uns zusammensetzen, aber die Frage stellt sich aktuell nicht.

WAZ: Gibt es eine Schmerzgrenze?
Garcia Sanz: Unsere Schmerzgrenze ist nach oben offen. Aber noch mal: Es steht nicht zur Debatte.

WAZ: Die Bayern sollen Interesse haben, VW-Chef Martin Winterkorn ist dort im Aufsichtsrat. Hat er schon mal nachgefragt?
Garcia Sanz: Herr Winterkorn mischt sich bei solchen Themen grundsätzlich nicht ein. Er wird von uns aber regelmäßig über alle Abläufe beim VfL informiert. De Bruyne steht sicher bei vielen Vereinen auf dem Zettel - bei Vereinen wie Bayern und Real Madrid, dazu noch in Italien, in England. Da schauen alle hin. Generell beobachten viele Vereine die Entwicklung junger Spieler bei uns ganz genau. Aber glauben Sie mir: Es gibt keinerlei Anzeichen, dass er weg will. Er spielt in der nächsten Saison mit dem VfL in der Champions League, steht im Pokalfinale - mehr kann man einem jungen Spieler nicht bieten.

WAZ: Was soll denn nach Ihren Wünschen in der Champions League geboten werden? Sie haben mal gesagt, Ihr Traum wäre ein Spiel gegen Real Madrid...
Garcia Sanz: Sagen wir es so: Wenn es ein Spiel gegen Real Madrid geben sollte, dann möglichst spät...

WAZ: Und was nehmen Sie sich mit dem VfL in der kommenden Bundesliga-Saison vor?
Garcia Sanz : Ich wäre glücklich, wenn wir im nächsten Jahr zur gleichen Zeit in der gleichen Situation wären wie heute.

WAZ: Und wenn der VfL dann - sagen wir mal - Vierter wäre?
Garcia Sanz: Wenn wir Dritter hätten werden können, dann wäre ich ein bisschen traurig. Aber nicht nur ich, da wäre auch jeder Spieler traurig.

WAZ: Der VfL startet durch, der FC Ingolstadt, an dem VW-Tochter Audi beteiligt ist, ist aufgestiegen - und schon ist wieder die Diskussion aufgeflammt, VW habe zu viel Macht im Fußball...
Grühsem: Das einzige Land, in dem man sich dieser Diskussion stellen muss, ist Deutschland. In Frankreich, England oder Italien, wo wir überall maßgeblich im Fußball involviert sind, gibt es das nicht. Dieser Diskussion stellen wir uns natürlich - aber wir können immer nur darauf hinweisen: Der Fußball ist und bleibt für uns ein maßgeblicher Teil unserer Vermarktungs- und Kommunikationsstrategie. Und wenn die Diskussion dann in die Richtung geht, dass das Geld von mysteriösen Ölmagnaten besser ist als das von Volkswagen, dann habe ich damit ein Problem.

apa

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