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Weltenbummler Pfister: VfL braucht Top-Stürmer

VfL Wolfsburg Weltenbummler Pfister: VfL braucht Top-Stürmer

Otto Pfister – der Mann hat die Welt gesehen. Gestern schaute der 77-Jährige, der schon Trainer in Ghana, Bangladesch oder Togo war, beim VfL-Training in Bad Ragaz in der Schweiz zu. Im WAZ-Interview sprach Pfister, der zuletzt Coach bei USM Algier war, über den VfL, seine Karriere und seine Pläne.

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Oft bei der WM, gestern beim VfL Zuschauer: Trainer-Weltenbummler Otto Pfister in Bad Ragaz. 2006 führte er Togo (r. der Coach mit Emanuel Adebayor) zur WM.

Quelle: bb/Imago 02131021

WAZ: Ein Weltenbummler schaut dem VfL in Bad Ragaz zu - wie kommt’s?
Pfister: Ich bin hier ein Dorf weiter zu Hause, außerdem kenne ich Dieter Hecking, Klaus Allofs und den Andreas Hilfiker. Woher, weiß ich gar nicht mehr, man kennt sich einfach.

WAZ: Was trauen Sie dem VfL in der neuen Saison zu?
Pfister: Wenn die noch einen Top-Stürmer hätten, könnten sie die Bayern schön kitzeln.

WAZ: Ist Neuzugang Max Kruse so ein Top-Stürmer?
Pfister: Ja, das ist ein sehr guter Stürmer, aber er spielt meist hängend, ist einer, der über das Spielerische kommt. Ich denke eher an einen Zentrum-Stürmer, einen wie Bas Dost. Der ist ja gut, doch er müsste halt immer so treffen wie in seiner ganz starken Phase in der vergangenen Saison. Aber auch schon so ist der VfL für mich ein Titel-Kandidat.

WAZ: Bis vor kurzem waren Sie noch Trainer bei einem algerischen Klub, wie heißt die nächste Station von Weltenbummler Pfister?
Pfister: Als Trainer bist du kein Mensch. Einer, der noch nie Trainer war, wird das nicht verstehen. Du bist dauernd im Tunnel, bist dauernd angespannt. Und wenn es mal nicht läuft, kommt ihr Journalisten und hinterfragt alles kritisch…

WAZ: Gehen Sie jetzt also in Ruhestand?
Pfister: Nein, wenn etwas Gutes kommt, werde ich es machen. Aber ich übernehme nur noch Mannschaften, bei denen die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass sie vier von fünf Spielen gewinnen. Dann kannst du deinen eigenen Stress, den man in diesem Job immer hat, reduzieren.

WAZ: Der Hamburger SV hat lange einen neuen Trainer gesucht…
Pfister: (lacht) Wenn du da Trainer bist, musst du zehn Jahre deines Lebens abschreiben. Da sind ja die tollsten Sachen gemacht worden zuletzt. Ich glaube: In der neuen Saison steigen Ingolstadt und Darmstadt wieder ab - und der HSV muss wieder in die Relegation…

WAZ: Bangladesch, Kamerun, Trinidad & Tobago - Sie haben viel von dieser Welt gesehen: An welche Ihrer Trainerstationen denken Sie besonders gern zurück?
Pfister: Anfang der 90er bin ich mit Ghana Junioren-Weltmeister geworden, das vergesse ich nie. Klasse war auch die Quali zur WM 2006 mit Togo.

WAZ: Und wo würden Sie nicht noch einmal hingehen?
Pfister: Libanon. Als ich damals im schönen Beirut war, fielen plötzlich Bomben. Es gab Krieg - das ist nicht mehr lustig, daraufhin bin ich geflüchtet.

Das Interview führte WAZ-Sportredakteur Engelbert Hensel

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