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Von VW war kaum mehr zu sehen als diese Mütze

VfL Wolfsburg Von VW war kaum mehr zu sehen als diese Mütze

Irgendwas musste es sein, ein Schal vielleicht. Oder eine Fahne. Schließlich besorgte ein Helfer diese Mütze, ein nach heutigen Maßstäben hässliches Teil mit Deutschland-Fahne und VfL-Wappen. So hatte Ferdinand Piëch, was er wollte, ein besonderes Accessoire für einen besonderen Tag: Den Tag, an dem der VfL Wolfsburg in die Fußball-Bundesliga aufstieg.

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Der VW-Boss im Stadion: Was heute selbstverständlich ist, war 1997 eine kleine Sensation – und Ferdinand Piëch (2. v. l.) kam mit Mütze.

Die Spielplangestalter hatten ein glückliches Händchen, am letzten Spieltag der 2. Liga kämpften am 11. Juni 1997 der VfL und Mainz im direkten Duell um den letzten freien Aufstiegsplatz. Die Ansetzung war schon spektakulär, das Ergebnis - der VfL gewann 5:4 - sowieso.

Dass der Besuch von VW-Boss Piëch im VfL-Stadion als mindestens ebenso spektakulär angesehen wurde, sagt viel über die damalige Verbindung zwischen dem VfL und Volkswagen aus. VW war Hauptsponsor, viel mehr aber nicht. Die Fußballer zu unterstützen, war eher eine Standort-Verpflichtung als ein Marketing-Konzept; mit dem Geld der Autobauer ließ sich am Elsterweg gerade so ein mittelmäßiger Zweitliga-Etat zusammenstellen. Und das lag auch daran, dass es in der VW-Führungsetage so gut wie keine Fußballfreunde gab.

Piëch war nur einmal da. Viel mehr als seine Mütze, die jetzt in der neuen Fußballwelt ausgestellt wird, war in der Konzernspitze an Fußball-Euphorie nicht zu sehen - der heutige VW-Aufsichtsratsvorsitzende war ein Motorsportfreund, konnte mit Fußball ebenso wenig anfangen wie sein Nachfolger Bernd Pischetsrieder. In die Amtszeiten dieser beiden fielen zwar die Umwandlung der VfL-Fußballabteilung in eine VW-Tochter und die Arena-Eröffnung, echte Leidenschaft aber entwickelten auch er und seine Mitstreiter nicht. „Zur Bundesliga sind wir gekommen wie die Jungfrau zum Kind“, formulierte es nach dem Aufstieg der damalige VW-Kommunikations-Chef Klaus Kocks.

Anders wurde es erst ab dem Jahr 2006: Mit Martin Winterkorn setzte sich zum ersten Mal ein echter Fußball-Fan auf den VW-Chefsessel - der große VfL-Aufschwung begann. Und im Stadion ist Winterkorn selbstredend regelmäßig dabei. Ohne Mütze.

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apa

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