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VfL-Problem-Profi Kruse: „Ich habe Fehler gemacht“

VfL Wolfsburg VfL-Problem-Profi Kruse: „Ich habe Fehler gemacht“

Sein Blick ging meist Richtung Tischplatte, an der Art und Weise, wie Max Kruse antwortete, merkte man, dass ihm die Fragen nicht schmeckten. Immerhin: Der durch private Eskapaden in die Schlagzeilen geratene Offensivmann des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg sprach am Mittwoch erstmals öffentlich über seine Fehltritte.

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Nimmt er ihn mit nach Frankreich? Bundestrainer Jogi Löw (r.) mit VfLer Max Kruse.

Quelle: Imago

Immer einsichtig zeigte er sich dabei aber nicht.

Nach dem öffentlichen Wirbel hatte Bundestrainer Jogi Löw den Offensivmann aus dem Kader für die Test-Länderspiele gegen England und Italien gestrichen - und auch beim VfL war Kruse danach nicht mehr erste Wahl. Dabei war der 28-Jährige sowohl im Klub als auch in der Nationalelf eine feste Größe gewesen, durfte sich große Hoffnungen auf die EM in Frankreich machen. Jetzt zittert er darum. „Ich bin so aufgeregt wie jeder andere auch. Ich hatte vor den letzten Länderspielen ein Gespräch mit dem Bundestrainer, er hat mir aufgezeigt, was er von mir erwartet. Ich habe Gas gegeben und versucht, das umzusetzen. Alles Weitere liegt nicht in meiner Hand“, sagt Kruse, der zuletzt nichts mehr von Löw gehört hat. Ein Fingerzeig?

Ein angepasster, aalglatter Fußballprofi war Kruse nie. Das wird wohl auch weiterhin so bleiben. Er räumte am Mittwoch zwar ein, „Fehler“ gemacht zu haben, doch „die macht jeder Mensch - auch ich habe den einen oder anderen gemacht“. Aber gleichzeitig meinte er auch: „Ich werde meine Art nicht verändern.“ Dass er zuletzt viel Kritik hatte einstecken müssen, sei nicht unbedingt das große Problem gewesen. Kruse: „Ich bin ja eher nicht so der Typ, der sich viele Gedanken darum macht. Natürlich war es nicht einfach, allem aus dem Weg zu gehen, dafür war es zu viel. Aber ich konnte mich abschotten.“

Vom VfL gab‘s Geldstrafen, aber auch Hilfe. Manager Klaus Allofs und Trainer Dieter Hecking schützten den Problem-Profi öffentlich. Kruse: „Ich brauche niemanden, der sich vor mich stellt, wenn ich mal Situationen nicht optimal gehandhabt habe - ich komme da selbst wieder raus.“ Ganz hat er das noch nicht geschafft.

von Engelbert Hensel und Nick Heitmann

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