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VfL: Naldo erhält deutsche Staatsbürgerschaft

VfL Wolfsburg VfL: Naldo erhält deutsche Staatsbürgerschaft

Im Frühjahr 2005 hatte Klaus Allofs einen großen, schlaksigen Innenverteidiger in Brasilien beobachtet, den dessen Klub vor dem deutschen Manager verstecken wollte. Gestern war Allofs dabei, als Naldo seine Einbürgerungsurkunde im Wolfsburger Rathaus bekam.

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Der brasilianische Abwehrspieler Naldo vom VfL Wolfsburg präsentiert in Wolfsburg seine Einbürgerungsurkunde.

Der Abwehrchef des Fußball-Bundesligisten VfL, seine Frau Carla und die gemeinsamen Kinder Naldinho und Lis sind nun auch ganz offiziell Deutsche.

„Daran habe ich wohl eine gewisse Mitschuld“, meinte Allofs schmunzelnd, nachdem Naldo die Urkunde aus den Händen von Oberbürgermeister Klaus Mohrs bekommen und den Eid aufs Grundgesetz geleistet hatte. „Wenn man einen Spieler aus dem Ausland holt, weiß man ja nie, wie er sich integriert“, erinnerte sich Allofs an 2005, als Naldo aus Südamerika zu Werder Bremen kam: „Er war von Beginn an ein Musterprofi. Er wollte gleich die Sprache lernen und sich in Deutschland einleben. Er hat nie eine Ausnahme für sich in Anspruch genommen. Anders als andere kam er immer pünktlich aus dem Heimaturlaub zurück.“

Und nun bleibt Naldo für immer. „Als ich vor neun Jahren nach Deutschland kam, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich mal die Staatsbürgerschaft annehme. Jetzt ist genau das ein großer Moment für mich und meine Familie“, schilderte der VfL-Abwehrchef, der den Tag ganz ruhig zu Hause in Nordsteimke ausklingen ließ. „In zwei Wochen gibt es eine Feier mit Freunden aus Bremen und Wolfsburg, die uns immer geholfen haben“, kündigt der neue Deutsche an.

Von OB Mohrs, einem bekennenden VfL-Fan, bekam Naldo einen besonderen Wunsch mit auf den Weg: „Sie haben nun alle Rechte eines Deutschen – und ich spreche Ihnen das Recht zu, noch viele Tore für den VfL zu schießen und zu verhindern.“

rs

Das Typisch-Deutsch-Interview

Jetzt hat es Naldo schwarz auf weiß: Er ist deutscher Staatsbürger. WAZ-Sportredakteur Robert Schreier bat den gebürtigen Brasilianer zum Typisch-Deutsch-Interview.

WAZ: Naldo, träumen Sie manchmal auf Deutsch?
Naldo: Ja, klar! Ich denke auf Deutsch und bin eigentlich auch ein typischer Deutscher.

WAZ: Woran merken Sie das?
Naldo: Wenn man sich in Brasilien für 12 Uhr verabredet, kommen alle um eins oder zwei. Ich habe das immer gehasst. Ich wollte Pünktlichkeit. Ich bin noch nie zu einem Training zu spät gekommen.

WAZ: Nach deutschen Autos müssen wir in dieser Stadt nicht fragen, aber mögen Sie deutsches Essen?
Naldo: Ich mag Bratwust. Und die deutschen Kartoffeln sind überragend – ganz anders als die in Brasilien.

WAZ: Welche Frage war im Einbürgerungstest die schwierigste?
Naldo: Oh, das habe ich vergessen. Aber die Fragen meiner Frau müssen viel leichter gewesen sein. Sie war nach fünf Minuten fertig (lacht).

WAZ: Kommt die Einbürgerung zu spät für Jogi Löw?
Naldo: Ja, das ist schade. Wenn ich nicht schon für Brasilien gespielt hätte, wäre es sicher ein Traum gewesen, für Deutschland Fußball zu spielen.

WAZ: Sie haben jetzt einen brasilianischen und einen deutschen Pass – mehr Fußball-Weltmeister geht nicht...
Naldo : Ja, genau! Neunfacher Weltmeister – das geht wirklich nicht besser.

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