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VfL-Geschichte: Mit diesem kleinen Brief fing alles an

WAZ-Serie VfL-Geschichte: Mit diesem kleinen Brief fing alles an

Den Brief gibt es mehrfach, das Faksimile eines Exemplars wird in der FußballWelt zu sehen sein. Es ist der Brief, mit dem alles anfing - die Einladung zur Gründungsversammlung eines Vereins, der Weltklasse-Sportler hervorbrachte und der eine Fußball-Abteilung etablierte, die später zur Fußball-GmbH wurde: des VfL Wolfsburg.

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Fußball war damals eine von vielen Sportarten - und bei weitem nicht die wichtigste: Eines der ersten VfL-Mannschaftsfotos aus dem Jahr 1946.

Irma Dziomba war die einzige Frau, die den Brief bekam, alle weiteren vom Bürgermeister ausgesprochenen Einladungen gingen an Männer, die geeignet schienen, einen Sportverein ins Leben zu rufen - einen Sportverein für dieses einzigartige soziale Gebilde rund um das VW-Werk, das gerade erst dabei war, zur Stadt Wolfsburg zu werden.

Dass man das auch Irma Dziomba zutraute, hatte seinen Grund. Die aus der Niederlausitz stammende Lehrerin hatte an der Sporthochschule Berlin ihre Ausbildung erhalten und war ihrem Mann nach Wolfsburg gefolgt, wo sie neben ihrer Tätigkeit an der damals einzigen Grundschule schnell Turnvorführungen und -wettkämpfe organisierte.

Sie hatte Erfahrung in Sport und Sportorganisation - genau wie Herbert Chall, Sepp Dietz, Alois Dilla, Willi Hilbert, Kurt Lindner, Heinz Schacht, Arthur Schickl, Erich Schilling, Adam Schröck, Fritz Walb und Rudolf Zenker, die wie sie der Einladung folgten und am 12. September 1945 in einer Baracke der Neuland den „Volkssport- und Kulturverein” gründeten, der später in „Verein für Leibesübungen Volkswagenwerk“ und schließlich in VfL Wolfsburg umbenannt wurde. Irma Dziomba leitete Turn- und Gymnastikgruppen, bis sie 1972 bei einem Autounfall in Spanien ums Leben kam.

Sportliche Erfolge waren da längst Familiensache. Irma Dziombas Tochter, ihr Schwiegersohn, ihr Enkel und ihr Urenkel sind allesamt Wolfsburger Sportler und Sportlerin des Jahres geworden: Sprinterin Christel Knipphals, Handballtorwart Hans-Jürgen Knipphals, Weitspringer Jens Knipphals und Sprinter Sven Knipphals, der nie für einen anderen Verein starten möchte - was auch daran liegt, dass es seine Uroma war, die im September 1945 einen Brief bekam.

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apa

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