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Träsch: Angekommen in der richtigen Rolle

VfL Wolfbsurg Träsch: Angekommen in der richtigen Rolle

Dass der VfL gestern die Vertragsverlängerung von Christian Träsch bekannt gab, war keine Überraschung mehr. Dass der 27-Jährige in den Zukunftsplanungen des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten eine große Rolle spielt, mag schon eher überraschen. Dabei ist Träsch für den VfL wichtiger denn je - weil er in der richtigen Rolle angekommen ist.

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Neuer Drei-Jahres-Vertrag: Christian Träsch.

Felix Magath holte ihn 2011, damals war Träsch Nationalspieler, kostete üppige 9 Millionen Ablöse, gehörte zu den Top-Verdienern und bekam gleich die Kapitänsbinde. Führungsspieler also. Aber das war er nie; nicht in seiner Art zu spielen, nicht in seinem Auftreten, nicht in seiner Außendarstellung. Verletzungsprobleme taten ihr Übriges.

Und plötzlich war Träsch zu Unrecht Sinnbild für vieles, was in der Magath-II-Ära schieflief. „Ohne Träschi wären wir zu elft“, skandierten Zuschauer 2012 nach einer Niederlage gegen Hoffenheim; irgendwann standen sogar Randalierer vor seiner Haustür. Als Lorenz-Günther Köstner das Traineramt übernahm, sagte er ihm: „Du machst nicht den sichersten Eindruck.“

Unter Dieter Hecking kam die Sicherheit langsam wieder, dafür brauchte Träsch nicht einmal einen Stammplatz. Denn die Konkurrenz war und ist groß. Für hinten rechts wurde Sebastian Jung geholt, und plötzlich spielte auch Vieirinha dort. In der Defensiv-Zentrale sind die Mitbewerber Luiz Gustavo, Josuha Guilavogui und Maxi Arnold. Aber Träsch war da, wenn er gebraucht wurde. Als Teamplayer, als einer, auf den man immer zurückgreifen kann. „Menschlich und sportlich ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft, auf den man sich jederzeit verlassen kann“, so formuliert es Manager Klaus Allofs.

Sein neuer Vertrag ist schlechter dotiert als der alte. Auch das passt zu seiner neuen Rolle. Christian Träsch ist angekommen. „Meine Familie und ich fühlen uns in Wolfsburg sehr wohl“, sagt er. Und: „Ich will meinen Teil dazu beitragen, den eingeschlagenen erfolgreichen Weg weiterzugehen.“ Nicht als einer, der vorne weg geht. Sondern als einer, der da ist, wenn man ihn braucht.

Das sagt Manager Allofs:
„Wir sind sehr froh, dass Christian Träsch dem VfL erhalten bleibt. Er ist menschlich und sportlich ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft. Diese Wertschätzung kennt Christian, daher waren wir von Anfang an optimistisch, dass wir uns einigen werden.“

Das sagt Trainer Hecking:
„Christian ist ein wichtiger Spieler für uns, der flexibel einsetzbar ist und unsere Qualität in der Defensive erhöht. Er ist auch menschlich eine Bereicherung für das Team, daher freue ich mich umso mehr auf unsere weitere Zusammenarbeit.“

apa

Die Sammersche Dreiteilung

Matthias Sammer. Sportchef des FC Bayern, hat schon in seiner Zeit beim DFB Spieler in drei Gruppen eingeteilt: Führungsspieler, Teamspieler und Individualisten.

Probleme tauchen oft auf, wenn Trainer die falsche Rolle für ihre Spieler auswählen – so etwa beim HSV, wo Individualist Rafael van der Vaart zu lange für einen Führungsspieler gehalten wurde.

Ähnlich war es bei Christian Träsch, der in die Rolle des Teamplayers gehört. Als Individualisten dürfen beim VfL etwa Kevin De Bruyne oder Bas Dost gelten; als Führungsspieler Naldo, Luiz Gustavo oder Diego Benaglio; als Teamplayer etwa Träsch, Robin Knoche oder Josuha Guilavogui.

apa

Träsch im Interview: „War ein Fehler, die Binde anzunehmen“

Christian Träsch hat für drei weitere Jahre beim VfL unterschrieben. Nach der Landung in Neapel sprach der VfL-Defensivspieler mit WAZ-Sportredakteur Engelbert Hensel über seinen neuen Kontrakt, seine Ziele und seinen schweren Start in Wolfsburg.

WAZ: Drei weitere Jahre VfL – wurden alle Ihre Wünsche erfüllt?
Träsch: Ja, das kann man so sagen. Ich habe immer gesagt: Meine Familie und ich fühlen uns hier wohl – jetzt ist unser Wunsch, hier zu verlängern, in Erfüllung gegangen.

WAZ: Es war absehbar, dass es so kommt. Warum hat’s dann doch etwas länger gedauert mit dem neuen Vertrag?
Träsch: Die Frage war: Wie geht‘s hier sportlich weiter? Klaus Allofs und Dieter Hecking haben mir da einen sehr guten Weg aufgezeigt und mich dazu bewegt, hier zu bleiben.

WAZ: Welche Ziele haben Sie für sich persönlich?
Träsch: Ich will so viel wie möglich spielen, das ist mein persönlicher Anspruch. Auf der anderen Seite wünsche ich mir, dass der erfolgreiche Weg der Mannschaft noch lange so weitergeht. Erst mal wollen wir in Neapel ein gutes Spiel machen, in der Liga wollen wir Platz zwei verteidigen und im DFB-Pokal wollen wir ins Finale.

WAZ: Auf welcher Position wollen Sie sich beim VfL durchsetzen?
Träsch (lacht): Ich spiele gern im Mittelfeld, ich spiele gern hinten rechts. Mit Vieirinha vor mir harmoniert das sehr gut, es macht Spaß, da zu spielen.

WAZ: Und wann gewinnen Sie mit dem VfL einen Titel?
Träsch: Bayern ist in der Liga eine andere Dimension, aber wir wollen da auch hinkommen. Auf lange Sicht sollte es der Anspruch sein, dass man mal etwas gewinnt.

WAZ: Sie waren beim VfL Kapitän, mussten die Binde wieder hergeben, wurden von den eigenen Fans ausgepfiffen – dürfen die nächsten drei Jahre etwas ruhiger werden?
Träsch: Anfangs war es sehr schwer. Es war vielleicht ein Fehler, die Binde anzunehmen, aber als ich kam, war ich 23. Da sagt doch keiner Nein zum Kapitänsamt. Es gab viele Höhen und Tiefen. Ich hoffe, dass solche Tiefen nicht mehr wiederkommen.

eh

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