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Stefan Schnoor: „Dieser VfL passt wieder zu Wolfsburg“

WAZ-Interview mit Stefan Schnoor Stefan Schnoor: „Dieser VfL passt wieder zu Wolfsburg“

Er spielte für den HSV und den VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga, mittlerweile ist Stefan Schnoor vor allem als Fernseh-Gesicht bekannt. Für Sport 1 tritt er unter anderem bei den Zweitliga-Livespielen am Montag und beim Fantalk auf. Heute macht der Mann mit der markanten Nicht-Frisur einen Ausflug zu Kabel 1, ist beim Europa-League-Heimspiel des VfL gegen Krasnodar als Experte dabei. WAZ-Sportredakteur Andreas Pahlmann sprach zuvor mit dem 43-Jährigen.

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TV-Experte: Stefan Schnoor.

Quelle: Imago

WAZ: Herr Schnoor, Sie sind oft im Fernsehen zu sehen - machen Sie das hauptberuflich?

Schnoor: Nicht ganz. Ich habe zwar tatsächlich einen Vertrag bei Sport 1, aber ich arbeite in einer Event- und Kommunikations-Agentur, decke dort ein wenig den Sponsoring- und Marketingbereich ab. Ich nutze da mein Netzwerk, das ich mir durch den Fußball aufbauen konnte und mache auch noch Moderationen auf Veranstaltungen von Firmen, Incentives oder halte Vorträge.

WAZ: Wenn Sie bei Sport 1 unter Vertrag sind, können Sie dann einfach so bei Kabel 1 auftreten?

Schnoor: Ich muss schon fragen. Aber das ist meistens kein Problem.

WAZ: Wolfsburg gegen Krasnodar - was für ein Spiel erwarten Sie?

Schnoor: Wolfsburg ist Favorit. Der VfL wird gewinnen, wenn er es einigermaßen konzentriert angeht - und er wird die Gruppe überstehen.

WAZ: Was halten Sie generell von der Entwicklung des VfL seit Ihrem Abschied vor acht Jahren?

Schnoor: Die Entwicklung ist sehr gut. Klaus Allofs und Dieter Hecking haben ein Team zusammengestellt, das zu der Stadt Wolfsburg passt.

WAZ: Wie meinen Sie das?

Schnoor: Wissen Sie, ich kenne das noch aus meiner Zeit in Wolfsburg. Bis 2002 haben wir ja im alten Stadion gespielt, da hatten wir eine Truppe, die immer bis zum Ende Gas gegeben hat - bis der VfL dann meinte, mit dem Umzug in die Arena auch ein paar Schönwetterspieler zu brauchen. Jetzt hat der VfL wieder ein Team, das einfach immer Gas gibt - damit können sich die Leute in Wolfsburg identifizieren, das funktioniert.

WAZ: Was ist in dieser Saison möglich?

Schnoor: In der Europa League hängt viel vom Losglück ab - aber verstecken muss sich dieser Wolfsburger Kader vor keiner Mannschaft. Und in der Bundesliga wird es um die oberen Plätze gehen - der Vorsprung auf Mannschaften wie Dortmund ist jetzt schon ziemlich groß.

WAZ: Vordere Plätze? Genauer bitte...

Schnoor: Na, gut: Wenn der VfL von Verletzungen verschont bleibt und vielleicht auf der Mittelstürmerposition noch etwas macht, dann wird es Platz zwei oder Platz drei.

WAZ: Klingt optimistisch...

Schnoor: Ja, aber das darf man in Wolfsburg auch sein. Der Kader ist sehr ausgeglichen, wirkt homogen - zu meiner VfL-Zeit hatten wir mit den Südamerikanern, den Spielern aus Ex-Jugoslawien oder dann auch den Holländern eine ziemliche Grüppchenbildung. Das ist jetzt viel besser, und wenn man Klaus Allofs und Dieter Hecking in Ruhe arbeiten lässt und nicht so viel reinredet, dann wird man von diesem VfL noch eine Menge hören.

WAZ: Sie leben in Hamburg, sind dem HSV verbunden - wem drücken Sie beim kommenden Bundesliga-Spiel am Sonntag in Wolfsburg die Daumen?

Schnoor: Der HSV hat mir damals die Möglichkeit gegeben, Bundesliga-Spieler zu werden - aber mit dem VfL verbindet mich mindestens ebenso viel. Ich war sechseinhalb Jahre in Wolfsburg, hab‘ die Tabellenführer-Zeit mit Trainer Erik Gerets miterlebt, war Kapitän, kenne in der Stadt noch eine Menge Leute - darum schlagen da wirklich zwei Herzen in meiner Brust. Ich wünsche mir ein 3:3 oder 4:4.

WAZ: Wie sehen Sie den HSV aktuell?

Schnoor: Endlich wieder auf einem guten Weg - und ganz ähnlich wie Wolfsburg auch wieder mit einem Team, mit dem sich die Leute identifizieren.

WAZ: Kein Problem damit, dass sich der HSV möglicherweise in Abhängigkeit von einem Investor wie Klaus-Michael Kühne begibt, der womöglich andauernd mitreden will...

Schnoor: Ach, wenn man so viel Geld gibt, dann will man auch mal gefragt werden oder sein Gesicht in der Zeitung sehen, das ist doch okay. Entscheidend ist, ob der Verein das alles in die richtigen Bahnen lenken kann. Und das traue ich Didi Beiersdorfer zu.

WAZ: Sind Sie bei dem ganzen Theater in Hamburg in den letzten Jahren eigentlich mal für ein HSV-Amt im Gespräch gewesen?

Schnoor: Ich galt mal als Kandidat für den Aufsichtsrat. Das ist aber daran gescheitert, dass es auch im Aufsichtsrat Grüppchen gab - die eine Gruppe wollte es, die andere Gruppe eben nicht. Und das wollte ich mir dann nicht antun.

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