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So war mein Traumjahr beim VfL

VfL Wolfsburg So war mein Traumjahr beim VfL

Als überraschendes Vermächtnis des längst geschassten Felix Magath war Stefan Kutschke vor einem Jahr aus der vierten Liga zum VfL gekommen. Kaum einer hatte dem Stürmer etwas zugetraut, doch er spielte in der Fußball-Bundesliga. Dort bleibt er auch nach seinem einjährigen Aufenthalt in Wolfsburg und geht nun für Aufsteiger Paderborn auf Torejagd. Ein Abschiedsinterview mit dem bei den Fans sehr beliebten Dresdner führte WAZ-Sportredakteur Robert Schreier.

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WAZ: Vor einem Jahr haben Sie Ihren Wechsel zum VfL als Chance und Traum bezeichnet. Sehen Sie das immer noch so?

Kutschke: Ich habe diesen Wechsel zu keiner Minute bereut. In diesem einen Jahr habe ich unheimlich viel gelernt - wahrscheinlich so viel wie nie wieder in meinem Leben. Ich habe mich großartig weiterentwickelt.

WAZ: Sportlich oder auch persönlich?

Kutschke: Beides. Ich konnte mir von so vielen Spielern etwas abschauen - von Spielern, die jetzt bei der WM sind. Aber auch dieser ganze Verein hat mich weitergebracht. Auch als es am Ende nicht immer so lief und ich einiges verarbeiten musste, war das gut für die Entwicklung.

WAZ: Hätten Sie sich noch mehr gewünscht?

Kutschke: Ich sage mal so: Die Wenigsten haben mir zugetraut, dass ich es schaffe. Ich habe immer wieder gehört: Der packt das nicht. Aber es sind unerwartete Ereignisse eingetreten, auf die ich stolz sein kann. Dass man nie zufrieden ist, ist doch klar. Ich habe mir auch mehr Einsätze gewünscht.

WAZ: Welche Momente aus einem Jahr VfL bleiben haften?

Kutschke: Da war das Pokalspiel in Karlsruhe, dann das Heimspiel gegen Schalke - zum ersten Mal Bundesliga und dann gleich auch noch ein Tor. Unser Heimsieg gegen Dortmund, das Pokal-Halbfinale. Das sind Erlebnisse, die mir keiner mehr nehmen kann.

WAZ: Bleiben Freundschaften bestehen?

Kutschke: Ja, mit Sicherheit. Ich hatte guten Kontakt zu Bas Dost, habe oft mit Timm Klose Golf gespielt. Aber ich habe mich von der ganzen Mannschaft verabschiedet und von allen positives Feedback bekommen. Dafür bin ich sehr dankbar.

WAZ: Sie waren wie in Leipzig auch beim VfL ein Fanliebling...

Kutschke: Ja, den Eindruck hatte ich auch. Wie sie auf mich reagiert haben, zeigt mir, dass ich nicht alles falsch gemacht haben kann. Das macht mich stolz.

WAZ: Dennoch war dann Schluss in Wolfsburg. Warum?

Kutschke: Ich habe mich lange mit Trainer Dieter Hecking darüber unterhalten. Die Konkurrenz wird noch stärker. Ich muss auch realistisch sein. Dass ich bei einer Mannschaft, die im Europapokal spielt, nicht in der ersten Elf bin, war klar. Aber ich muss die Dinge, die ich gelernt hatte, auch anwenden können.

WAZ: Das wollen Sie in Paderborn machen - obwohl Felix Magath Sie auch wollte...

Kutschke: Ich habe mich sehr früh mit Paderborn getroffen, und es war genau das Konzept, das ich mir vorgestellt hatte. Dann gab‘s aber den Anruf von Herrn Magath. Ihm habe ich zu verdanken, dass ich in der Bundesliga gespielt habe. Also wollte ich ihm die faire Chance geben, mich zu überzeugen. Das Problem in Fulham ist aber auch, dass Herr Magath nicht alles allein entscheiden kann, wie es in Wolfsburg war. Es hat sich lange hingezogen. Und obwohl mich Magath und England sehr gereizt haben, war für mich dann klar, dass es nach Paderborn geht.

WAZ: Dort haben Sie gleich zum Einstand dreifach getroffen...

Kutschke: Ja, schön. Das hatte ich so ähnlich auch beim VfL. Aber ein guter Start ist es, wenn ich am ersten Bundesliga-Spieltag gegen Mainz ein Tor schieße.

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