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So geht Hecking mit der Klatsche um

VfL Wolfsburg So geht Hecking mit der Klatsche um

Der Tag nach der historischen 2:6-Pleite des VfL bei 1899 Hoffenheim: Dieter Hecking blieb gestern lange mit seinem Trainerstab in der Kabine, während die Profis des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten trainierten. Erst 45 Minuten später kam der VfL-Coach heraus – und beantwortete alle wichtigen Fragen zur Klatsche.

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Diese Pleite bereitet Sorgen: Dennoch analysierte Dieter Hecking die 2:6-Packung seiner Profis bei 1899 ruhig und sachlich. „Es läuft wegen einer Niederlage nicht alles grundsätzlich falsch“, so der VfL-Trainer.

Was ärgerte Hecking noch gestern?

Mit seinen Co-Trainern Dirk Bremser und Andries Jonker sowie Torwartcoach Andreas Hilfiker analysierte Hecking vor allem die Gegentore aus Sinsheim per Video – ohne die Spieler. „Wir haben die falschen Mittel gewählt. Die Raumaufteilung war schlecht. Wir haben uns selbst in große Schwierigkeiten gebracht“, so der Trainer. „Man darf mal in Rückstand geraten, auch mal ein zweites Gegentor bekommen. Aber das dritte und vierte dürfen nicht so einfach fallen. Und am Ende haben wir dann auch um das fünfte und sechste gebettelt.“ Auch wenn Hecking nicht alles schlecht fand, ihn ärgerte „die Art und Weise, wie wir das Spiel angegangen sind“.

Was ist Heckings größtes Problem?

Hätten die Wolfsburger am Sonntag zu Null gespielt, wäre ihre Abwehr die zweitbeste der Liga gewesen. So aber brachen beim 2:6 die Dauerschwächen wieder auf. „Seit dem Test im Trainingslager gegen Anderlecht haben wir das Problem in der Defensive“, moniert Hecking. „Da haben wir nicht die Festigkeit der Hinrunde. Intern sehen wir das länger schon deutlich kritischer, als wir es nach außen hin zeigen.“ Nun aber spricht der Coach es klar an – damit sich in den Köpfen der Spieler etwas ändert. „Es läuft bei uns erfolgreich, wir erzielen Tore und das Spiel nach vorn sieht gut aus. Da fühlst du dich sicher. Aber das kann trügerisch sein.“

Wie geht Hecking mit der Mannschaft um?

Gestern analysierte der Trainer mit seinen Kollegen. Die Spieler sprach er kaum an. „Das macht keinen Sinn, wenn viele Nationalspieler unterwegs sind“, weiß er. In diese Analyse geht er folglich erst später. Aber auch dann will er weiterhin Ruhe bewahren. „Wir bewerten das Ergebnis nicht über. Es läuft wegen einer Niederlage nicht alles grundsätzlich falsch. Wir tun gut daran, wenn wir das sachlich aufarbeiten“, so Hecking. „Es geht darum, dass wir die Spieler davon überzeugen müssen, was gut ist und was nicht. Wenn jeder seinen eigenen Film im Kopf hat, wird es schwieriger.“

Was fordert Hecking von seinen Spielern?

Seine Mannschaft habe in dieser Saison schon große Schritte nach vorn gemacht. Für die nächste Entwicklung könne die Klatsche vom Wochenende sogar „richtig hilfreich sein“, so Hecking. „Wir müssen immer noch an unserem Rhythmus im Spiel arbeiten, damit wir Ruhe reinbekommen“, fordert er. „In diesen Phasen müssen die erfahrenen Spieler noch mehr auf das Spiel einwirken.“ Außerdem müsse sich die „gute Mannschaft noch weiter finden. Dann bin ich weiterhin optimistisch, dass wir unsere Ziele in dieser Saison erreichen.“

rs/eh

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