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Schürrle-Show im Derby: Hannover 96 verliert 0:4

VfL Wolfsburg Schürrle-Show im Derby: Hannover 96 verliert 0:4

Hannover 96 hat die nächste bittere Niederlage in der Bundesliga einstecken müssen. Wenige Tage nach dem Hoffnungsschimmer durch den Sieg in Stuttgart setzte es für die Niedersachsen eine harte Derbypleite. Verantwortlich war dafür ein Weltmeister auf Formsuche. 

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Der Knoten des VfL-Weltmeisters ist geplatzt: André Schürrle traf dreimal beim 4:0-Sieg der Wölfe in Hannover.

Er war verletzt, außer Form, oft genug auch im Kopf nicht wirklich da – und er hatte bis heute nur drei Pflichtspieltore für den VfL auf seinem Konto. Bis heute! André Schürrle hat die Anzahl seiner Treffer für den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten an einem einzigen Abend verdoppelt, traf beim grandiosen 4:0-(1:0)-Sieg bei Hannover 96 dreimal!

Schürrle zerlegt 96! Beim ersten Treffer half der Innenpfosten, der zweite saß mit Wumms, beim dritten zeigte der Weltmeister endlich auch mal wieder seine überragende Schusstechnik. Kurios: Sein letzter Dreierpack war Schürrle vor genau zwei Jahren gelungen – für Chelsea gegen Fulham.

Dass der Gegner zwischendrin kein Bundeslia-Format mehr hatte – egal. Denn Schürrles Knoten platzte. VfL-Manager Klaus Allofs: „Sein Tor in der ersten Halbzeit war sehr wichtig. Hinterher hat man an seinen Aktionen gesehen, dass er viel mehr Sicherheit ausgestrahlt hat. Ich hoffe, dass er da jetzt weitermacht – über seine Fähigkeiten müssen wir nicht reden.“

Nach seiner Auswechslung kurz vor dem Ende gab‘s eine herzliche Umarmung mit Trainer Dieter Hecking, kurz danach holte sich Schürrle bei Schiri Bastian Dankert den Spielball ab – das Souvenir für seinen ersten Bundesliga-Dreierpack überhaupt.

„Das war eine deutliche Antwort“, freute sich der VfL-Weltmeister dann – und ließ durchblicken, wie sehr ihn die Kritik an ihm in den vergangenen Wochen gewurmt hat: „Da ist Erleichterung, aber auch bisschen Genugtuung.“ So ist auch die Geste zu erklären (eine angedeutete, selbst verabreichte Ohrfeige), mit der er seine Treffer feierte. „Es ist viel erzählt, viel geschrieben worden...“. Oder anders gesagt: Schürrle hat eine Menge Prügel abbekommen.

Dass gestern viel rund lief, lag dabei auch an seiner taktischen Rolle – von rechts durfte er immer wieder Richtung Mittelstürmer-Position ziehen. „Max Kruse und ich haben die Positionen ständig getauscht, so konnte ich auch über die Mitte kommen – das hat uns gut getan“, sagt Schürrle. Und: „Das soll jetzt der Start für etwas Gutes sein – nicht nur für mich, sondern für uns alle!“

Für den Tabellenletzten Hannover scheint das 2:1 in Stuttgart am Samstag dagegen nur eine Eintagsfliege gewesen zu sein. Mit der zehnten Heimspielpleite in dieser Saison stellte 96 einen negativen Clubrekord auf. Vor dem Duell am Samstag beim direkten Konkurrenten Werder Bremen beträgt der Abstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen mindestens sechs Zähler. 

Hannovers Trainer Thomas Schaaf hatte nach dem umjubelten Sieg in Stuttgart - dem ersten Dreier nach zuvor acht Niederlagen am Stück - sein Team unverändert gelassen. In der Abwehr stand der Tabellenletzte mit einer dichten Fünferkette auch zunächst sicher, blieb aber in der Offensive vollkommen harmlos.

Erst in der zweiten Halbzeit brachen bei den Hausherren die Dämme.  Bis zur Führung stießen die Wolfsburger mit ihren Offensivbemühungen immer wieder an ihre Grenzen. Wenn es für Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler gefährlich wurde, dann entweder über Standards oder Einzelaktionen, wie bei Draxlers Schuss nach 26 Minuten oder einem von Luiz Gustavo gefährlich verlängerten Dante-Kopfball nach einer Ecke (29.). 

Ausgerechnet Matchwinner Schürrle agierte dabei meist wie ein Fremdkörper, verarbeitete zehn Minuten vor der Pause dann aber eine Draxler-Vorarbeit stark zur verdienten Führung. Mit seinem Schuss ins lange Eck ließ er Weltmeister-Kollege Zieler keine Chance.  

Für die Hausherren ging nach vorne kaum etwas. Nur wenn Hiroshi Kiyotake seine Klasse aufblitzen ließ, versprühte das schwächste Heimteam des Liga etwas Gefahr. Insgesamt war es aber deutlich zu wenig, um den vermeintlichen Aufwärtstrend nach dem Stuttgart-Spiel zu bestätigen.  Nach der Pause entschied Schürrle mit seinem Doppelschlag endgültig das Spiel. Im 34. Bundesligaspiel für Wolfsburg gelangen dem zuletzt arg kritisierten Weltmeister seine Tore drei bis fünf für den Pokalsieger. 

eh/dpa

Vor dem Spiel

Die Partie begann mit einer sechsminütigen Verspätung, weil Wolfsburger Chaoten Leuchtraketen auf die Bank der Hannoveraner schossen:

Mit dieser Aufstellung geht Dieter Hecking in die Partie:

Die Startelf: Casteels - Träsch, Knoche, Dante, Rodriguez - Gustavo, Guilavogui - Draxler, Arnold, Schürrle - Kruse

Auf der Bank nehmen Platz: Grün - Schäfer, Caligiuri, Vieirinha, Henrique, Putaro, Azzaoui

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