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Osimhen und Stefaniak: Allofs, der Früh-Einkäufer

VfL Wolfsburg Osimhen und Stefaniak: Allofs, der Früh-Einkäufer

Wolfsburg. Man kennt das aus Urlaubsgegenden: Bevor es am Abend in den Restaurants richtig voll wird, kann man schon mal ein bisschen günstiger speisen. „Early Bird Special“ heißt das dann. Der frühe Vogel fängt den günstigen Preis. Eine Rabatt-Idee, die längst auch in anderen Branchen Fuß gefasst hat. Der VfL Wolfsburg bringt sie in den Fußball.

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Noch nicht da, aber schon gekauft: Bei Victor Osimhen (l.) und Marvin Stefaniak (r.) griff VfL-Manager Klaus Allofs früh zu.

Quelle: Boris Baschin / imago sportfotodienst

Mit Koen Casteels war es vergleichsweise harmlos losgegangen. Den Keeper holte VfL-Manager Klaus Allofs im Januar 2015 aus Hoffenheim, lieh ihn aber erstmal ein halbes Jahr an Werder Bremen aus. Der erste richtige frühe Vogel war dann Victor Osimhen - nach starker U-17-WM verpflichtete der VfL den Nigerianer Anfang 2016, der Vertrag läuft aber erst ab Januar 2017. Und vorgestern wurde die Verpflichtung des Dresdners Marvin Stefaniak von Dynamo Dresden bekannt - gut neun Monate, bevor der Linksaußen dann wirklich VfLer wird.

Im Falle Osimhen nutze der VfL den langen Vorlauf zur Integration, ließ den jetzt 17-Jährigen mehrmals mittrainieren. Stefaniak spielt und trainiert dagegen bis Saisonende für Dresden. Dennoch seien beide Fälle ein bisschen vergleichbar, meint Früh-Einkäufer Klaus Allofs. „Es kann sein, dass man einen Spieler wie Stefaniak in einem halben Jahr nicht bekommt. Dann muss man eine Entscheidung im Vorgriff treffen. Bei Osimhen war es ähnlich. Wenn wir ihm gesagt hätten: ,Komm wieder, wenn du 18 bist‘, dann hätte er wahrscheinlich woanders unterschrieben.“

Schneller sein, um nicht leer auszugehen - im Gegensatz zum frühen Abendessen sparen die Early Birds des Fußballs nicht zwingend Geld, manchmal werden sie wie Stefaniak durch den frühen Deal sogar teurer (WAZ berichtete). Aber der Vorteil ist eben, dass niemand den Wolfsburger die Leckerbissen wegschnappt. Im Falle Stefaniak kommt noch die sportliche Komponente dazu: „Wir lassen ihn bewusst in der 2. Liga“, so Allofs, „weil wir auf seiner Position gut besetzt sind.“ Unter anderem übrigens mit dem 2017 wohl wieder wechselwilligen Julian Draxler.

Bei Stefaniak dauert es noch eine Weile, bis er sich als VfLer präsentiert, bei Osimhen geht‘s schneller. Der Stürmer soll im Laufe des Oktobers zum VfL stoßen, ab Januar dürfte er dann spielen. Dass es ähnliche Deals in Zukunft wieder gibt, will Allofs nicht ausschließen.

Und: „Es wird auch bei einigen anderen Klubs schon so frühe Verpflichtungen geben, die dann aber nicht bekannt werden.“ So in der Art, wie es 2012 war, als Felix Magath im Vorgriff auf die Saison 2013/14 für den VfL Stefan Kutschke aus Leipzig holte. Als der Deal dann im März 2013 öffentlich wurde, war Magath schon nicht mehr da - und Allofs musste den am Ende nicht bundesligatauglichen Stürmer in den Kader aufnehmen.

von Andreas Pahlmann

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