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Naldo: „Ich muss mehr Chef sein“

WAZ-Interview Naldo: „Ich muss mehr Chef sein“

Der Vorbereitungs-Endspurt beginnt: In einer Woche tritt Wolfsburgs Fußball-Bundesligist im DFB-Pokal beim Karlsruher SC an, eine Woche später geht‘s in Hannover um Ligapunkte. WAZ-Sportredakteur Robert Schreier (r.) sprach mit VfL-Abwehrchef Naldo über den Stand der Vorbereitung, die Aussichten für die neue Saison – und über Luiz Gustavo.

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Der Vorbereitungs-Endspurt beginnt: In einer Woche tritt Wolfsburgs Fußball-Bundesligist im DFB-Pokal beim Karlsruher SC an, eine Woche später geht‘s in Hannover um Ligapunkte. WAZ-Sportredakteur Robert Schreier (r.) sprach mit VfL-Abwehrchef Naldo über den Stand der Vorbereitung, die Aussichten für die neue Saison – und über Luiz Gustavo.

WAZ: Naldo, in einer Woche starten die Pflichtspiele für den VfL Wolfsburg. Ist die Mannschaft bereit?

Naldo: Ja, wir könnten schon loslegen. Das Spiel in Brügge war für mich ein wichtiger Gradmesser. Da haben wir über weite Strecken das Niveau erreicht, das wir wollen. Seitdem sind wir fast auf 100 Prozent. Aber wir haben ja noch ein bisschen Zeit, um Kleinigkeiten zu verbessern.

WAZ: Ist der VfL stärker als vor einem Jahr, als es in der Liga den schlechtesten Start aller Zeiten gab?

Naldo: Ja, wir sind jetzt stärker. Wir versuchen, klar zu spielen. Dieter Hecking ist jetzt acht Monate hier, und er zeigt, dass er ein guter Trainer ist. Er stellt unsere Fehler ab. Daher denke ich, dass wir von Beginn an in der Saison angreifen können. Gegen Karlsruhe im Pokal und am ersten Spieltag in Hannover wird es nicht einfach. Aber wenn wir da zweimal gewinnen, haben wir Selbstvertrauen. Das müssen wir dann zu Hause umsetzen.

WAZ: In der Vorbereitung hat oft etwas nicht gestimmt, mal die Ergebnisse, mal die Leistung...

Naldo: Das ärgert uns alle. Wir haben teilweise sehr gut gespielt, standen aber nach 90 Minuten mit leeren Händen da. Doch besser, das passiert einem jetzt als in der Liga. Nur das 1:0 zu verwalten, ist dort zu gefährlich.

WAZ: Der Trainer bezeichnet die neue Taktik als Risiko-Spielweise. Wie sieht es ein Innenverteidiger, der in den Testspielen oft eins-gegen-eins bei Kontern des Gegners spielen musste?

Naldo: Wenn wir selbst Druck machen, ist das gut. Wir müssen aber so spielen wie Werder Bremen vor fünf, sechs Jahren. Da standen wir sehr hoch und haben sehr viele Tore geschossen. Das können wir auch.

WAZ: Sie haben sehr viel in Sachen Taktik gearbeitet. Müssen sich da einige Spieler besonders drauf einstellen?

Naldo: Das ist für alle anstrengend. Aber unser Trainer hat das im Griff. Er kritisiert junge Spieler selten, er macht das meistens mit den erfahrenen. Die bekommen es ab (lacht).

WAZ: Also auch Sie?

Naldo (lacht): Ich bin erfahren, ja.

WAZ: Sind Sie auch ein Führungsspieler?

Naldo: Ich muss es sein. Der Trainer hat mir gesagt, dass ich mehr Chef sein muss. Ich soll auch lauter werden.

WAZ: Sind Sie das gern?

Naldo: Ich war immer ein Spieler, der nicht so laut mit den anderen umgegangen ist. Aber wir brauchen mehr Spieler, die das machen. Ich habe das Selbstvertrauen dafür. Aber ich sage auch den jungen Spielern, dass sie viel reden sollen. Es darf sich niemand verstecken. Ich musste das auch lernen.

WAZ: Fehlt der Mannschaft dieses Laute, das echte Führungsspieler mitbringen?

Naldo: Es hat uns in der vergangenen Saison teilweise gefehlt. Da haben die Spieler zu wenig geredet. Wenn es immer dieselben sind, ist das ein Problem. Sie können einen schlechten Tag haben, dann ist Ruhe. Wir müssen alle noch mehr kommunizieren.

WAZ: Ist Luiz Gustavo ein lauter Spieler?

Naldo: Nein, er ist nicht der Spieler, der so viel redet.

WAZ: Dennoch will der VfL ihn, Sie würden sich auch freuen. Doch er selbst zögert. Hat er Angst, ein Jahr vor der Heim-WM in Brasilien seinen Stammplatz in der Nationalmannschaft zu verlieren, wenn er von Bayern nach Wolfsburg geht?

Naldo: Für unseren Nationaltrainer Felipe Scolari stehen 80 Prozent des WM-Kaders fest. Luiz ist dabei. Er war beim Confed Cup Stammspieler, hat gegen Spanien überragend gespielt.

WAZ: Er ist ein Held in der Heimat...

Naldo: Die Leute lieben ihn. Er ist immer freundlich zu den Fans. Er hat es verdient, dass es so gut für ihn läuft.

WAZ: Die Achse beim VfL hieße dann Naldo - Luiz Gustavo - Diego. Garantieren Brasilianer Erfolg in der Bundesliga?

Naldo (lacht): Luiz ist ja noch nicht da. Aber ich bin sicher, er würde sehr gut zu uns passen und ziemlich schnell perfekt mit uns zusammenspielen.

WAZ: Und wie klappt das Zusammenspiel mit Neuzugang Timm Klose in der Innenverteidigung?

Naldo: Wir sind auf der Position gut besetzt. Es war nicht gut, als wir acht Innenverteidiger hatten. Da ist immer mindestens einer verärgert. Timm passt sehr gut in die Mannschaft und zeigt, dass er ein guter Spieler ist. Unser Ziel für die neue Saison müssen weniger Gegentore sein.

WAZ: Sie haben in der Vorbereitung nicht immer wie gewohnt fehlerfrei gespielt...

Naldo: Das stimmt, in der Vorbereitung bist du aber auch manchmal müde. Und von mir erwartet jeder, dass ich nie Fehler mache. Das ist schwierig. Aber ich arbeite jeden Tag, um in meine Bestform zu kommen.

WAZ: Bei Ihrem Freund Diego hatte es Wechselgerüchte gegeben. Haben Sie den Eindruck, dass er mit dem Kopf voll und ganz in Wolfsburg ist?

Naldo: Ja, Diego ist 100 Prozent beim VfL. Er macht sensationelle Dinge, und er spricht jeden Tag mit der Mannschaft und dem Trainer. Er will, dass wir besser werden.

WAZ: Hat er sich weiterentwickelt?

Naldo: Ich kenne Diego seit vielen Jahren, wir waren zusammen in Bremen. Da war er noch ein junger Spieler, hier ist er schon Vater geworden und inzwischen ein erfahrener Mann und Fußballer. Er muss uns in dieser Saison helfen.

WAZ: Nur in dieser?

Naldo: Nein, Klaus Allofs hat gesagt, dass er mit Diego den Vertrag verlängern möchte. Ich hoffe, er schafft es auch.

WAZ: Naldo, Sie wollen Deutscher werden. Warum eigentlich?

Naldo: Die Geschichte dahinter, dass ich den deutschen Pass möchte, ist so: Ich will mit meiner Familie nach der Karriere in Deutschland bleiben. Für die Kinder ist es dann einfacher, hier als Deutsche zu leben.

WAZ: Wann wird dieses Karriereende sein?

Naldo: Ich spiele noch fünf Jahre Fußball - wenn alles so kommt, wie ich es mir vorstelle.

WAZ: Und danach?

Naldo: Es ist noch zu früh, ihn zu fragen, aber ich kann mir gut vorstellen, dann weiterhin mit Klaus Allofs zusammenzuarbeiten. Er ist ein großer Manager.

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