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Naldo: Das große WAZ-Interview

VfL Wolfsburg Naldo: Das große WAZ-Interview

Der VfL-Abwehrchef sprach mit WAZ-Sportredakteur Engelbert Hensel über seinen Vertrag, sein Wiedersehen mit dem Ex-Klub Werder und seine Glatze.

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Ronaldo Aparecido Rodrigues – der Name sagt Ihnen nichts? Nicht schlimm, denn die Fußball-Fans kennen diesen Herrn Rodrigues nur als Naldo.

Heute verlängert sich sein Vertrag bis 2017

Gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen macht Naldo heute sein 20. Pflichtspiel in dieser Saison. Dank einer Klausel verlängert sich der Vertrag des 33-Jährigen bis 2017. Sein Landsmann Zé Roberto (früher Bayern und Leverkusen) spielt mit 41 Jahren noch Fußball in Brasilien. Spielen Sie auch bis  Sie 40 sind, Naldo? „Zé ist einfach unglaublich. Ob ich in dem Alter noch spiele? Keine Ahnung. So lange mein Körper mitmacht, mache ich weiter. Wenn ich aber häufig Schmerzen haben sollte, höre ich auf. So einfach ist das. Doch ich glaube, ich kann noch ein paar Jahre spielen, weil ich mich immer noch sehr gut fühle. Ich weiß meinen Beruf jetzt noch mehr zu schätzen. Aber bis zum Karriereende von Robin Knoche oder Julian Draxler werde ich nicht mehr spielen. Irgendwann ist‘s halt vorbei.“

Zum Manager darf der VfL-Abwehrchef Du sagen

Klaus Allofs, ganz kurz Felix Magath – und dann wieder Allofs: Naldo und der ehemalige Werder-Manager sowie aktuelle VfL-Geschäftsführer kennen und schätzen sich schon lange. „Klaus war von meinem ersten Tag in Deutschland an sehr wichtig für mich“, lobt der VfL-Profi den 58-Jährigen, der Du zum Manager sagt. „Trotzdem habe ich Respekt vor ihm.“ Zusammen gewannen sie mit Werder und mit dem VfL den DFB-Pokal. Bleibt die Frage, ob sie zusammen auch noch die Schale holen können. Naldo: „Das zu schaffen, wäre überragend.“ Allofs gewann sie mit Werder 2004 – vor Naldo. „Ich bin ein bisschen zu spät von ihm geholt worden.“

Frings: Bremens Co-Trainer ist ein enger Freund von Naldo

Wenn der VfL heute Werder zu Gast hat, freut sich der Ex-Bremer Naldo besonders auf Torsten Frings, der jetzt beim Klub von der Weser Co-Trainer ist. „Als ich nach Deutschland kam, war er ein ganz besonders wichtiger Mensch für mich. Als ich die Sprache noch nicht konnte, hat er mir geholfen, damit ich mich in meinem damaligen neuen Team integrieren konnte“, erinnert sich der VfL-Profi, der mit den Bremern 2009 den DFB-Pokal gewann. „Torsten ist ein enger Freund von mir. Er war ein toller Fußballer, ist ein toller Mensch.“ Wenn Naldo Zeit hat und in seiner alten Heimat vorbeischaut, „versuche ich immer, den Torsten zu treffen“. Wer gewinnt heute das Duell? „Wir wollen das sein, aber Torsten wird auch versuchen wollen, uns zu schlagen.“

Lebenslang Wolfsburg? „Das kann gut sein“

Naldo war 2005 für 2,4 Millionen Euro vom brasilianischen Klub EC Juventude zu Werder Bremen in die Bundesliga gewechselt. 2012 folgte dann der Schritt zum VfL Wolfsburg. Eines haben seine Klubs aber gemeinsam – die Vereinsfarben sind Grün-Weiß. „In meiner Profikarriere habe ich immer grün-weiß getragen – es kann gut sein, dass ich meine Karriere auch in Grün-Weiß beende“, sagt Naldo, dessen Lieblingsfarbe natürlich Grün ist. „Das war schon als Kind so. Es gab jetzt nicht den einen Moment, in dem Grün zu meiner Lieblingsfarbe geworden ist, sondern das hat sich irgendwann einfach ergeben.“ Nach der Karriere möchte er beim VfL arbeiten, der Lebensmittelpunkt der Familie soll Wolfsburg bleiben. Ein neues Grundstück mit einem Haus, was jedoch zu renovieren ist, ist gefunden. „Vielleicht muss das Haus abgerissen und ein neues gebaut werden. Wir überlegen noch, wie wir das genau machen wollen.“

Wird es nicht auch langsam Zeit für Ihr erstes Saisontor?

Naldo – er steht beim VfL nicht nur fürs Tore verhindern, sondern auch fürs Tore schießen. Sieben waren es in der vergangenen Saison, in dieser Spielzeit hat‘s noch nicht geklappt. Warum nicht? „Das ist eine gute Frage, ich versuche es ja in jedem Spiel. Aber das wird schon kommen. Ich hätte übrigens nichts dagegen, wenn es mir gegen Werder gelingt...“, sagt er lachend. Meist trifft er nach Ecken oder Freistößen. Beim 0:2 in Mainz versuchte er es per Freistoß, der von der Position her aber besser für seinen Mitspieler Ricardo Rodriguez gewesen wäre. „Das war eine falsche Entscheidung von mir. Rici und ich haben darüber gesprochen. Er hat gesagt: Wenn du dich gut fühlst, mach du ihn. Aber am Ende hätte ich ihn nicht schießen dürfen, ich habe mich darüber selbst am meisten geärgert.“ Denn sein Versuch misslang ihm komplett.

Immer älter, aber immer besser: Warum sind Sie eigentlich so fit?

Naldo, Sie sind schon 33, haben aber bisher als einziger VfLer jede Pflichtspielminute absolviert. Sie werden älter und dennoch immer besser – sorgt die Liebe zu Ihrer Frau Carla und den gemeinsamen Kinder dafür?
„Ja, klar!“ (lacht)  „Meine Familie gibt mir diese Kraft und Motivation. Jede freie Minute ohne Fußball gehört ihr.“
Achten Sie besonders auf Ihre Ernährung?
„Nein, ich esse alles, da gibt‘s kein Limit. Wichtig ist gerade in englischen Wochen, dass ich viel Schlaf bekomme. Ich bin sehr glücklich, dass mein Körper noch so fit ist.“
Wer hilft Ihnen dabei?
„Die Physios hier. Ich arbeite eben auch an freien Tagen hier zusammen mit unserem Fitnesstrainer Oliver Mutschler. Ich kenne meinen Körper eben – wenn es irgendwo zwickt, versuche ich sofort etwas dagegen zu tun. In der vergangenen Woche etwa hatte ich ein bisschen Rückenprobleme, doch nach ein paar Gymnastikübungen war alles wieder gut.“

Welches Verhältnis haben Sie eigentlich zu Ihrer Frisur?

Naldos Markenzeichen ist die Glatze. „Ich mag das, es ist einfach besser, nach dem Training ist man mit einer Glatze schneller fertig“, erzählt der 33-Jährige schmunzelnd. „Aber ich denke auch, dass ich mit Glatze besser aussehe.“ Auch seine Frau Carla findet ihn so schicker. Allerdings: Naldo sah obenrum auch mal anders aus. „Zu Zeiten der Musikgruppe ,The Jackson Five‘ habe auch ich als Kind meine Haare lang getragen.“ Und er verrät, dass er „ein großer Anhänger“ der US-amerikanischen Soul-Band  ist. Zu der zählte auch der 2009 verstorbene „King of Pop“ Michael Jackson. „Ich bin heute noch ein riesiger Michael-Jackson-Fan.“

...und eigentlich heißt er Ronaldo! „Aber so nennt mich nur meine Mutter“

Ronaldo Aparecido Rodrigues – der Name sagt Ihnen nichts? Nicht schlimm, denn die Fußball-Fans kennen diesen Herrn Rodrigues nur als Naldo. „Das ist halt schon immer mein Spitzname gewesen“, so Naldo lächelnd. Aber warum nennt ihn keiner Ronaldo? „Ja, ich weiß, dass es viele gute Fußballer mit dem Namen Ronaldo gibt“, fügt er gleich hinzu. Aber seit Kindertagen wird der Innenverteidiger nur Naldo und nicht Ronaldo gerufen. „Nur meine Mutter nennt mich Ronaldo. Ich weiß nicht, wie genau das kam, das mich alle plötzlich nur noch Naldo gerufen haben. Ich weiß aber noch, dass mein Papa und mein Bruder damit mal angefangen haben.“ Seine Frau Carla nennt ihren Mann auch nur Naldo. „Und sogar meine Kinder rufen mich ab und an so...“

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