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Nach dem Abitur ist vor der EM

VfL Wolfsburg Nach dem Abitur ist vor der EM

Sein Vorname bedeutet „Glück“, und an der Schwelle zum Berufsfußballer kann das Amara Conde durchaus brauchen. Der U-19-Kapitän des VfL Wolfsburg hat in dieser Saison seine ersten Spuren auch bei den Profi hinterlassen, war im Training und bei Freundschaftsspielen dabei. Das macht Lust auf mehr.

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WG-Leben: Amara Conde mit seinen Mitbewohnern Anton Donkor (l.) und Nico Bähring (M.) an der Playstation.

Vielleicht war es auch Glück, dass die Schule seiner Eltern im westafrikanischen Guinea eine Kooperation mit der Uni Freiberg unterhielt. Der Papa studierte dort Ingenieurswesen, die Mama Pädagogik, Amara wurde in Sachsen geboren. Als er vier war, zog die Familie um. Weil Vater Conde einen Job bei Shell in Bergisch-Gladbach bekam, wo er bis heute als Umweltberater arbeitet. Und weil es in der alten Heimat nicht mehr schön war. „Rassismus war ein Problem damals“, weiß der VfL-Nachwuchsspieler aus den Erzählungen seiner Eltern. „Für meinen Vater war es nicht möglich, einen Job zu finden.“

Also ging‘s ins Bergische Land, wo Conde beim SC 27 Bergisch Gladbach kickte, ehe er schon in der E-Jugend zu Bayer Leverkusen wechselte. Als es ein paar Jahre später vom Kleinfeld aufs Großfeld ging, bekam er zum ersten Mal „ein Gefühl dafür, dass Fußball mehr werden könnte als ein Hobby“. Dass es sein einziger Berufswunsch war, war sowieso schon klar. Und den hätte er sich womöglich in Leverkusen erfüllt, aber nach derU 15 sollte es dort gleich in dieU 17 gehen – mit einem Fünf-Jahres-Vertrag. „Das“, so erinnert er sich, „wollte ich nicht.“ Dann kam Norbert Nasse ins Spiel. Der Anwalt und Spielerberater, der einst Stefan Effenberg nach Wolfsburg gelockt hatte, ist ein Bekannter von Condes Vater – und er schlug den VfL vor. Conde: „Die Unterbringung im Internat, die Verbindung mit der Schule – das hat mich sehr überzeugt.“

Und so spielt der heute 19-Jährige seit 2012 für den VfL, gehört zum Stamm der deutschen U-19-Nationalmannschaft für die anstehende EM im eigenen Land und hat an der Eichendorffschule im vergangenen Jahr sein Abi gemacht. Leistungskurse: Englisch, Chemie, Bio, ziemlich lernintensiv. „Aber ich wollte einen Plan B, vielleicht studiere ich irgendwann noch mal.“ Was? „Keine Ahnung.“ Und der Fußball? „Der geht jetzt erst mal vor, so etwa zwei Jahre lang will ich mich voll darauf konzentrieren.“ Technisch stark sei er, lobt Cheftrainer Dieter Hecking, „mit guter Spielübersicht“. Aber: „Manchmal will er noch zu viel alleine machen, will Rückstände alleine umbiegen.“

Zu viel alleine machen? Seine WG-Mitbewohner und VfL-Mitspieler Nico Bähring, Malcolm Badu und Anton Donkor freut das, auf dem Platz kann das manchmal stören. „Ja, darüber hat Herr Hecking mit mir gesprochen“, sagt Conde. Er gelobt Besserung, arbeitet an sich – auch im Fitnessstudio. „Ich bin nicht der Breiteste“, sagt er grinsend, „aber zu viele Muskeln sollen es auch nicht werden.“ Im Sommer steht vielleicht der Wechsel in die U 23 des VfL an, doch das ist Zukunftsmusik. Denn für die Karriere als Berufsfußballer braucht man nicht nur Glück, sondern vor allem Ehrgeiz. Was ist sein Ziel für diese, seine letzte U-19-Saison? „Meister! Was sonst?“

apa

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