Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
„Müssen jetzt alle an einem Strang ziehen“

WAZ-Interview „Müssen jetzt alle an einem Strang ziehen“

Es ist Spiel eins nach der Derby-Blamage gegen Eintracht Braunschweig. Es geht um die gute Stimmung im Umfeld des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten - und darum, wieder in die sportliche Erfolgsspur zurückzufinden. Vor der Partie beim FC Augsburg sprach WAZ-Sportredakteur Robert Schreier mit VfL-Kapitän Diego Benaglio.

Voriger Artikel
Heckings Zeichen: Youngster kratzen an der VfL-Startelf
Nächster Artikel
Olic hängt vorn zu oft in der Luft: „Da muss mehr kommen“

Schön wäre anders gewesen: Der Frust von der Derby-Niederlage klingt bei Benaglio (r., im Gespräch mit Koo) noch nach.

WAZ: Derby-Niederlage, und der Kapitän muss zur Nationalmannschaft - wie bitter war das Timing?

Benaglio: Um den eigenen Kopf frei zu bekommen, waren die Länderspiele nicht schlecht. Aber als Kapitän wünscht man sich natürlich, bei der Mannschaft zu sein und Einfluss nehmen zu können.

WAZ: Welchen Eindruck haben Sie knapp zwei Wochen nach der Derby-Niederlage von der Mannschaft?

Benaglio: Grundsätzlich merkt man schon, dass es gar nicht einfach ist, diese Niederlage abzuschütteln. Wir müssen aber nach vorn schauen und daran anknüpfen, wo wir vor dem Spiel gegen Braunschweig waren. Dass unsere Anhänger das Spiel gegen Braunschweig selbst bei einem Sieg in Augsburg nicht vergessen können, das ist auch klar.

WAZ: Wie setzen Sie sich im Mannschaftskreis mit der Situation und der Wichtigkeit der kommenden Partie auseinander?

Benaglio: Es ist immer gut, wenn man sich noch einmal als Mannschaft zusammensetzt. Ich muss aber widersprechen, wenn es heißt, dass wir uns vor dem Derby nicht richtig eingeschworen haben. Alle haben gespürt, wie wichtig dieses Spiel war, und wir haben darüber auch in der Kabine gesprochen. Uns war der hohe Stellenwert bewusst, aber es ist uns nicht gelungen, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Im Hinblick auf Augsburg und die nachfolgenden Spiele ist es aber natürlich wichtig, dass alle an einem Strang ziehen.

WAZ: Hatte es Sie überrascht, dass nach dem verlorenen Derby auch grundsätzliche Fragen diskutiert wurden, die manche schon glaubten, hinter sich gelassen zu haben?

Benaglio: Überrascht wäre das falsche Wort. Es stimmt schon, dass die Stimmung sehr schnell gekippt ist. Eine Woche vorher hatten uns alle noch für das Spiel bei den Bayern gelobt. Man muss sich selbst gegenüber ehrlich sein und sagen, dass wir gegen Braunschweig schlecht waren. Bei den Reaktionen spielt dann der Faktor Enttäuschung eine wichtige Rolle. Aber keiner von uns hat das Recht zu fragen, warum die Stimmung im Umfeld schlecht ist. Wir müssen damit leben, dass der Wind jetzt rauer ist.

WAZ: Wie ist denn die sportliche Lage?

Benaglio: In den drei Heimspielen vor dem Derby haben wir das gut umgesetzt, was wir wollten. Ich denke, alles in allem waren wir ganz gut in der Spur - es war nicht alles perfekt, aber auf einem guten Weg. Jetzt ist wichtig, dass wir nicht den Faden verlieren und auf dem Platz die Antwort geben. Aber das wird ein hartes Stück Arbeit. Die Augsburger haben in der vergangenen Rückrunde und auch jetzt gezeigt, dass sie eine gute Mannschaft haben, die sich auch spielerisch weiterentwickelt hat.

Voriger Artikel
Nächster Artikel