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Mit diesem Ball wurde der VfL Meister

WAZ-Serie Mit diesem Ball wurde der VfL Meister

Dem VfL hätte ein Unentschieden gegen Bremen gereicht, um an diesem 23. Mai 2009 deutscher Fußball-Meister zu werden. Aber ein Remis hätte nicht zu der Mannschaft gepasst, deren Offensive Bundesliga-Geschichte schrieb. Und so wurde auch dieses Finale um den Titel ein Fußball-Fest, das der VfL mit 5:1 gewann.

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Hier geht der Ball ins Tor, beim wichtigen 1:0 entscheidenen Spiel gegen Werder Bremen. Später kamen Unterschriften drauf.

Quelle: Imago 4507315

Immerhin: Bremen war das einzige deutsche Team, das in dieser Saison ein Pflichtspiel in Wolfsburg gewonnen hatte - 4:2 im Pokal-Viertelfinale. Von daher war es schon okay, dass sich hier und da ein Körnchen Skepsis in die Wolfsburger Meister-Vorfreude gemischt hatte.

Aber diese Skepsis dauerte nur sechs Minuten, dann verlor Bremens Petri Pasanen den Ball an Makoto Hasebe, dessen Schuss blockte Sebastian Prödl noch ab, ehe Zvjezdan Misimovic im Nachschuss den Ball unter die Latte knallte.

Dieser Ball ist jetzt in der Fußball-Welt zu sehen - und alle haben sie unterschrieben: Misimovic, der Spielgestalter, einer der letzten seiner Art in der Liga. Edin Dzeko und Grafite, dieses unfassbare Sturmduo, das mit zusammen 54 (!) Toren einen Rekord für die Ewigkeit aufstellte. Josué, der kleine bescheidene Kapitän. Marcel Schäfer und Christian Gentner, die in Wolfsburg Freunde und Nationalspieler wurden. Diego Benaglio, der Rückhalt im Tor, Andrea Barzagli, der Weltmeister. Und all‘ die anderen.

Es war eine besondere Truppe, die Felix Magath in nur wenigen Monaten nach seinem Amtsantritt 2008 aufgebaut hatte. Dass diese Truppe mit Rekord-Rückrunde (43 von 51 möglichen Punkten), Rekord-Heimbilanz (16 Siege in 17 Spielen) und Rekord-Siegesserie (zehn Erfolge nacheinander) zum Titel kam, lag aber nicht nur an der eigenen Stärke, sondern auch daran, dass beim FC Bayern die Idee mit Trainer Jürgen Klinsmann nicht funktionierte.

Wie wichtig die Form der Bayern für die eigenen Titelchancen ist, zeigt der Blick auf die aktuelle Saison: Nach 23 Spieltagen hat der VfL 2015 mehr Punkte als 2009, Meister wird er wohl trotzdem nicht. Weil Bayern wieder Bayern ist. Mit großen Vorsprung. Und mit einem klasse Trainer.

- ENDE -

apa

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