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Mein Kollege ist für die Anderen

VfL Wolfsburg Mein Kollege ist für die Anderen

Seite an Seite arbeiten Abdel Miri und Benjamin Kuse zusammen in der Fernseh-Abteilung eines Elektromarkts in Wolfsburg, sprechen dort eine Sprache. Doch wenn der eine über Fußball redet, verdreht der andere leicht genervt die Augen, denn: Kuse ist Fan von Eintracht Braunschweig, Miri vom VfL Wolfsburg.

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Als Kollegen verstehen sie sich, geht‘s um Fußball, haben sie ganz unterschiedliche Meinungen: VfL-Fan Abdel Miri (l.) und Eintracht-Anhänger Benjamin Kuse an ihrem Arbeitsplatz.

Quelle: Roland Hermstein

Die kleinen Sticheleien zwischen dem Wolfsburger Miri und Kuse, der aus Meinersen kommt, gibt‘s noch gar nicht so lange. Doch kurz vor dem Derby am Samstag (15.30 Uhr) nehmen sie stark zu. „Lange Zeit war das kein Thema zwischen uns. Wir haben ja nicht in einer Liga gespielt“, sagt Kuse. Doch kaum aufgestiegen, ist er beim Thema Eintracht auch schon wieder abgemeldet, er weiß: „Wenn wir montags über den Spieltag diskutieren, habe ich nicht viel zu erzählen.“

Doch wenn sie sich im Spaß beharken, wirkt es immer nur halb ernst. „Der VfL gewinnt 4:0 - schon ein Unentschieden wäre ein gefühlte Niederlage. Wir haben andere Ambitionen“, so der 29-jährige Miri deutlich. Der 31-jährige Braunschweig-Fan lacht prustend auf, kontert: „Es wird der erste Sieg überhaupt - 2:1 für die Eintracht. Und wir werden zeigen, dass 5000, 6000 Eintracht-Fans bessere Stimmung machen als das ganze VfL-Stadion.“ Jetzt rollt Miri mit den Augen.

Während Kuse am Samstag im Stadion sitzen wird, muss sein Kollege arbeiten. Doch da gibt es sicherlich Fußball-unfreundlichere Arbeitsplätze als die TV-Abteilung: „Wir zeigen die Spiele bei uns im Markt.“

So unterschiedlich ihre Farben sind, so unterschiedlich die Einstellung zum Fußball - in einem Punkt sind sie sich einig: Gegen den Anderen darf auf den Rängen gern etwas gestichelt werden, „aber außerhalb bleibt‘s hoffentlich friedlich“.

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