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Max Kruse: Erstes Interview als VfLer

VfL Wolfsburg Max Kruse: Erstes Interview als VfLer

Der Nationalspieler spricht über den Wechsel, das Pokern, Ziele und die Champions League.

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In den vergangenen Tagen hat Max Kruse in Las Vegas gepokert. Jetzt bereitet er sich auf den VfL vor. Am Mittwoch steigt der neue VfL-Stürmer, der für 12 Millionen Euro aus Gladbach zum Pokalsieger gewechselt ist, beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten ein. Warum er nach seinem USA-Trip noch nach Mallorca flog, warum es ihm nichts ausmacht, stundenlang an einem Pokertisch zu sitzen und was er mit dem VfL erreichen möchte – das erzählt der 27-jährige Nationalspieler in seinem ersten Interview als VfLer WAZ-Sportredakteur Engelbert Hensel.WAZ: Hallo Herr Kruse, wo erwische ich Sie denn?

Kruse: Ich bin gerade auf Mallorca gelandet, mache bis Dienstag ein kleines eigenes Fitness-Trainingslager. Ein bisschen Erholung ist nebenbei auch noch möglich.

WAZ: In den vergangenen Tagen haben Sie in Las Vegas gepokert. Kann man eigentlich beim Pokern etwas für den Fußball lernen? Oder beim Fußball etwas fürs Pokern?

Kruse (lacht): Nein, das glaube ich nicht. Pokern ist mein Hobby, und die einzige Gemeinsamkeit ist, dass beides ein Wettkampf ist. Und Wettkämpfe will ich immer gewinnen.

WAZ: Viele Ihrer Kollegen liegen im Urlaub am Strand und genießen die Sonne, erholen sich lieber...

Kruse: ...und ich erhole mich am Pokertisch. Ich mache das ja nicht, um Geld zu verdienen, darum geht‘s mir dabei wirklich nicht. Natürlich musst du beim Spielen konzentriert und immer fokussiert sein, aber darin bin ich geübt und deshalb ist das nicht anstrengend für mich.

WAZ: Wie lange hat Ihr längstes Pokerspiel gedauert?

Kruse: Die Turniere gehen ja über mehrere Tage, nach zwei Stunden gibt‘s eine Pause. Ich denke, dass ich jetzt so an einem Tag auf zehn Stunden reine Spielzeit gekommen bin.

WAZ: Am Mittwoch legen Sie beim VfL los. Was ist in Wolfsburg besser als in Gladbach?

Kruse: Über die Trainingsbedingungen kann ich jetzt noch nicht viel sagen. Was mich beeindruckt hat, waren die Gespräche mit Klaus Allofs und Dieter Hecking. Die Perspektive war auch in Gladbach schon ganz gut, aber Wolfsburg will dauerhaft oben mitspielen. Der VfL ist einer der besten Klubs in Deutschland. Zu einem solchen Verein wollte ich immer. Wenn so ein Angebot kommt, sagt man nicht Nein.

WAZ: Sie sind ein großer Auto-Fan. Haben Sie sich schon einen VW ausgesucht?

Kruse: Noch nicht, aber vermutlich wird‘s am Ende ein Golf R.

WAZ: Der ist aber nicht ganz so schnell wie Ihr Maserati...

Kruse: Den Maserati habe ich nicht mehr, den habe ich verkauft, ich fahre jetzt bald VW - das finde ich cool.

WAZ: Beim VfL bekommen Sie das Trikot mit der Nummer 11 - das war die Nummer von Ivica Olic, der hier Publikumsliebling war...

Kruse: Ich weiß das, ich werde Gas geben, damit mich die Fans hier auch schnell mögen. Aber ich habe die Nummer 11 nicht seinetwegen gewählt, die 10, die ich in Gladbach hatte war nicht möglich.

WAZ: Verbinden Sie etwas mit der Nummer 11?

Kruse: Nein, ich hatte sie mal, als ich noch in der U-19- oder U-20-Nationalelf gespielt habe. Damals habe ich meine ersten Spiele im Sturm gemacht.

WAZ: In Wolfsburg streiten Sie sich mit Nicklas Bendtner und Bas Dost um den einen Platz im Angriff...

Kruse: Die Truppe hat im vergangenen Jahr gut funktioniert, war sehr erfolgreich. Ich bin keiner, der sagt: Hier bin ich, und jetzt spiele ich auch. Natürlich komme ich nach Wolfsburg, um zu spielen, aber ich weiß, dass ich mich beim VfL erst mal durchsetzen muss.

WAZ: Vizemeister, Pokalsieger - was wollen Sie mit dem VfL erreichen?

Kruse: Ich kann nur sagen: Ich freue mich riesig, dass ich bald Teil dieser erfolgreichen Mannschaft bin. Der Anspruch des Teams muss es sein, noch einmal so eine ähnliche Saison hinzulegen - und da zu sein, wenn die Bayern straucheln, was aber nicht heißt, dass wir ein Bayern-Jäger sind. Denn das ist utopisch. Worauf ich mich riesig freue, ist die Champions League. Endlich darf ich mal auf dem Platz diese Hymne hören.

WAZ: Von welchen Gegnern träumen Sie?

Kruse: Ach, da gibt‘s viele. Aber welcher Spieler träumt nicht davon, mal in den Stadien von Barcelona, Real oder Chelsea zu spielen?

WAZ: Wen Ihrer neuen Kollegen kennen Sie schon?

Kruse: Einige. Daniel Caligiuri kenne ich etwa noch aus Freiburg, Naldo oder Aaron Hunt aus Bremen.

WAZ: Als Sie bei Werder waren, war Klaus Allofs noch Manager in Bremen. Sie selbst konnten sich da aber nicht durchsetzen, hat Allofs Ihr Talent verkannt?

Kruse (schmunzelt): Nein, das glaube ich nicht. Zu dem Zeitpunkt hat es einfach nicht gepasst, was nicht an Klaus Allofs lag. Ich habe mich damals für einen anderen Weg entschieden. Jetzt führen uns die Wege wieder zusammen.

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