Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Krise? Allofs: „Sie dürfen dieses Wort benutzen“

VfL Wolfsburg Krise? Allofs: „Sie dürfen dieses Wort benutzen“

Am Sonntag nahm dann auch Klaus Allofs das Wort „Krise“ in den Mund, direkt nach dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach am Samstag hatte er den Fragestellern noch beschieden: „Sie dürfen dieses Wort benutzen.“

Voriger Artikel
Heckings Schiri-Zoff: Ab auf die Tribüne
Nächster Artikel
„Ich bin keiner, der abhebt“

Der sitzt! Ibrahima Traoré war Ricardo Rodriguez (l.) davongelaufen und schob den Ball zum 2:0 ein.

Quelle: imago sportfotodienst

Die 0:2-(0:0)-Niederlage am Niederrhein, für die vor 52.600 Zuschauern Tore von Harvard Nordtveit und Ibrahima Traoré gesorgt hatten, nagt am Wolfsburger Fußball-Bundesligisten.

Krise? Wenn ja, dann sind es zwei Krisen: Die Ergebniskrise (vier Pflichtspiele zuletzt ohne Sieg) und die Leistungskrise - wenn der Gegner defensiv halbwegs steht, sind die Wolfsburger im Moment offensiv einfach zu schlecht. Für Allofs kommt dieses Tief nicht überraschend: „In der Vergangenheit ging es bei uns immer nur steil bergauf. Dass auch mal eine Phase kommt, in der dann vielleicht einmal das Ergebnis nicht stimmt und man ein anderes Mal dann auch schlecht spielt, das habe ich eigentlich erwartet.“

Krise? Samstag-Gegner Gladbach, wie der VfL in der Vorsaison ein Spitzenteam und jetzt ein Champions-League-Teilnehmer, hatte die Probleme zu Saisonbeginn (fünf Niederlagen zum Start), jetzt ist offenbar Wolfsburg dran. Abwehrchef Naldo: „Das wollten wir so nicht, das ist klar. Die Erwartung nach der letzten Saison ist groß, aber im Moment sind einige andere Mannschaften stärker als wir - Schalke, Dortmund, Leverkusen.“ Und Allofs fügte hinzu: „Wir haben‘s vor der Saison gesagt: Wir müssen das jetzt erst mal bestätigen, das wird unsere Aufgabe sein.“ Eine Aufgabe, die im Moment schwerer erscheint als erhofft.

Krise? Vor allem spielerisch war der VfL auch am Samstag meilenweit vom Pokalsieger- und Vizemeister-Glanz entfernt. Den Abgang von Kevin De Bruyne hat das Team lange noch nicht verkraftet, die neue Offensive um Julian Draxler (wegen Grippe am Samstag nicht dabei) und Max Kruse hat noch nicht die Automatismen entwickelt, die man für ein schnelles Offensivspiel braucht. Pässe und Einzelaktionen enden darum zu oft am Fuß des Gegners, das nervt und raubt Sicherheit. Der alte Teufelskreis entsteht: ohne Sicherheit keine Erfolge, ohne Erfolge keine Sicherheit. Trainer Dieter Hecking: „Uns fehlt das Umschalten vom vierten in den fünften Gang. Das ist alles nicht das Tempo, das wir uns wünschen. So kreierst du kaum Druck - und irgendwann fällt hinten einer rein.“

Krise? Vielleicht wegen der Müdigkeit? „Ich bin nicht müde, sondern unzufrieden“, so Naldo, auch wenn sein Team am Samstag in vielen Aktionen träge wirkte. Man habe „beiden Mannschaften angemerkt, dass sie Mittwoch ein Spiel hatten“, meinte Hecking. Allofs sah das ein klein wenig anders: „Wir müssen nicht so tun, als ob wir unmenschliche Belastungen hinter uns hätten. Vergangene Saison haben wir auch international gespielt, da hat das besser geklappt. Wir dürfen nicht anfangen, das darauf zu schieben.“

Krise? Das Wichtigste ist der Weg raus aus der Krise. Jetzt ist Länderspielpause, dann folgt das Heimspiel gegen Hoffenheim. Allofs setzt auf Geschlossenheit: „Wenn man von Sieg zu Sieg eilt, dann ist es recht einfach, zusammenzuhalten und gute Laune zu haben.“ Jetzt müsse man eben auch mal in einer schwereren Phase zusammenstehen. Kopfsache? „Bei mir nicht“, sagt Naldo. „Ich weiß nicht, was die anderen denken, aber ich bleibe immer auf dem Boden - egal, ob wir gewinnen oder verlieren.“ Schmerzlich vermisst wurden zuletzt die verletzten Luiz Gustavo und Vieirinha. Dass sie gegen Hoffenheim wohl wieder dabei sein können, ist ein gutes Zeichen. Dass am Samstag keiner ihr Fehlen und den Draxler-Ausfall als Ausrede anführte, auch.

apa/eh

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuell