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Klare Farben, unklare Ziele

VfL Wolfsburg präsentierte seine neuen Trikots Klare Farben, unklare Ziele

Wolfsburg. Grünes Hemd mit weißer Hose und weißes Hemd mit grüner Hose - Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg präsentierte sich am Montag zum Trainingsstart in klaren Farben. Bei der Präsentation des neuen Outfits im VW-Pavillon der Autostadt blieben die Saisonziele derweil deutlich unklarer.

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Neue Spieler, neuer Look: Klaus Allofs mit (v. l.) Jeffrey Bruma im neuen Heimtrikot, Yannick Gerhardt im neuen Event-Trikot und Daniel Didavi im neuen Auswärtstrikot.

Quelle: Boris Baschin

„Wir wollen wieder international spielen“, wiederholte Manager Klaus Allofs, ließ aber offen, ob der VfL nach dem deutlichen Scheitern im Vorjahr erneut die Champions League anpeilen möchte.

„Wir wollen zurück in den internationalen Wettbewerb“, so Allofs, „aber es ist noch zu früh zu sagen, welche Ziele wir genau verfolgen werden. Denn die Transferperiode dauert noch ein wenig an.“ Vier Neue hat der VfL in dieser Transferperiode bisher geholt, dass drei davon am Montag die Trikots des neuen Ausrüsters Nike präsentierten, passte ins Bild - denn Jeffrey Bruma, Yannick Gerhardt und Daniel Didavi werden in der kommenden Saison auf jeden Fall für den VfL auflaufen, während hinter einer ganzen Reihe von Stammspielern der vergangenen Saison mehr oder weniger große Fragezeichen stehen: Ricardo Rodriguez, Luiz Gustavo, Daniel Caligiuri, Max Kruse, André Schürrle oder auch Bas Dost gelten als Abwanderungskandidaten. Eine Liste, die jeden Tag erweitert werden kann. Andererseits sucht der VfL noch nach Verstärkungen, vor allem auf der Stürmerposition, wie Allofs am Montag bestätigte: „Es wird sich ganz sicherlich noch etwas tun.“

Dass jede öffentliche Aussage zu möglichen VfL-Abgängen eher der Marktwert-Beeinflussung als der Wahrheitsfindung dient, macht die Prognose für die kommende Wolfsburg-Saison dabei nicht einfacher. Klar wie das strahlende Grün des neuen Heimtrikots ist nur der Anspruch, besser zu sein als in der Vorsaison, in der der VfL vom Vizemeister und Pokalsieger zum Bundesliga-Sorgenkind abstürzte und sich mit dem achten Platz zufriedengeben musste. Damit allen klar ist, dass es jetzt nach oben gehen soll, hat sich der VfL den Saison-Slogan „The Extra Mile“ gegeben, eine vor allem im amerikanischen Englisch verwendete Phrase, die für die Bereitschaft steht, mehr zu tun, als unbedingt nötig. „Bewusst international“ habe man das formuliert, so Allofs. Weil es besser klingt und weil es die VfL-Ziele schon mal andeutet. Es gehe um „den extra Schritt, den man manchmal braucht“, das werde nicht nur für die Spieler, sondern „auch für Fans und Mitarbeiter gelten.“

Dieser eine Schritt fehlte in der vergangenen Saison zu oft, auch deshalb blieb der Kader unter seinen Möglichkeiten. Hinzu kam, dass die wichtigsten Transfers (Kevin De Bruyne, Julian Draxler) erst sehr spät über die Bühne gegangen waren, was der inneren Struktur der Mannschaft gar nicht guttat. Hängepartien dieser Art bis kurz vor Transferschluss am 31. August wollte der VfL in dieser Saison eigentlich vermeiden. „Aber das ist“, so Allofs mit bittersüßem Lächeln, „so wie mit dem Abnehmen. Das nimmt man sich auch immer vor.“ Klingt, als müsse man auf eine Beurteilung des neuen Kaders und auf klare Saisonziele noch etwas warten.

Von Andreas Pahlmann

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