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Karlsruhes Jens Todt: „Ich sehe den VfL einbisschen anders...“

VfL Wolfsburg Karlsruhes Jens Todt: „Ich sehe den VfL einbisschen anders...“

Zwischen Februar 2010 und Juni 2011 leitete Jens Todt das Wolfsburger Nachwuchsleistungszentrum. Danach wurde er Manager bei Zweitligist VfL Bochum, und seit dieser Saison ist der 43-jährige Ex-Profi (Freiburg, Bremen, Stuttgart) Sportdirektor beim Karlsruher SC. Am Samstag trifft Todt mit den Badenern in der 1. Runde des DFB-Pokals auf den VfL. Vorher beantwortete er die Fragen von WAZ-Sportredakteur Robert Schreier.

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Karlsruhes Sportdirektor Jens Todt im großen WAZ-Interview

WAZ : Wie gefällt Ihnen Ihre neue Aufgabe?
Todt : Sehr gut. Die Stimmung in der Stadt ist top. Es ist ein Traditionsverein, der schwierige wirtschaftliche und sportliche Jahre hinter sich hat und in einem Kraftakt aufgestiegen ist. Aber wir hatten einen guten Start in die 2. Liga und schauen optimistisch in die Saison.

WAZ : Sind Sie beim KSC so etwas wie der Mangelverwalter?
Todt : Nein. Natürlich haben wir einen unterdurchschnittlichen Etat, und jeder Manager wünscht sich mehr Mittel. Aber in dieser Liga geht es vielen Kollegen ähnlich, dass wir aus wenig viel machen müssen. In Karlsruhe kommt jedoch ein Standort-Problem dazu. Wir haben ein total veraltetes Stadion und eine lange andauernde Diskussion darüber, wie man das ändern könnte.

WAZ : Kommt heute in diesem Stadion dennoch Hexenkessel-Atmosphäre auf?
Todt : Davon gehe ich aus. Wenn man erlebt hat, wie laut 17.000 Fans gegen St. Pauli sein können, bekommt man eine Ahnung, was für eine Kulisse der KSC in einem modernen Stadion hätte.

WAZ : Wird es gegen den VfL ein volles Stadion geben?
Todt : Ich hoffe, es kommen mehr Zuschauer als gegen Pauli.

WAZ : Klingt, als ob der VfL kein Traumlos war und Sie auf einen namhafteren Gegner gehofft hätten...
Todt : Nein, Wolfsburg ist namhaft. Es wäre sogar hilfreich für uns gewesen, einen Gegner zu erwischen, bei dem die Wahrscheinlichkeit höher gewesen wäre, dass wir eine Runde weiterkommen.

WAZ : Wieso?
Todt : Für uns der Pokal wirtschaftlich extrem wichtig.

WAZ : Also hätte es mit den Bayern als Gegner mehr zu verdienen gegeben?
Todt : Ich sehe den VfL ein bisschen anders, als er gemeinhin wahrgenommen wird. Er hat nach außen kein gutes Image, ist vielleicht nicht so das Zugpferd. Aber ich weiß ja, dass dort tolle Leute arbeiten. Ich finde den VfL sympathisch und gut geführt. Da steckt viel Herzblut drin. Und das hat sich in den vergangenen Wochen noch einmal verstärkt. Ich traue dem VfL in dieser Konstellation einen Platz im oberen Tabellendrittel zu.

WAZ : Wegen des Kaders oder der sportlichen Führung?
Todt : Wegen beidem. Der VfL hat nun die Ruhe, die er dringend gebraucht hat.

WAZ : Wie eng ist der Kontakt zu Ihrem Ex-Verein Wolfsburg noch?
Todt : Der Kontakt ist noch sehr gut, ich stehe etwa mit NLZ-Leiter Fabian Wohlgemuth in gutem Kontakt, habe neulich Geschäftsführer Thomas Röttgermann getroffen. Ich habe viele gute Erinnerungen an die Zeit, verfolge alles aus der Ferne und habe mich riesig darüber gefreut, dass der VfL zum zweiten Mal A-Jugend-Meister geworden ist.

WAZ : Aber wie geht das Spiel heute denn aus?
Todt : Wir sind im Aufwind, haben unsere Stärken in der Defensive. Ich traue uns schon etwas zu. Aber natürlich sind wir krasser Außenseiter - zumal der VfL noch stabiler geworden ist.

rs

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