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„Jede Kritik ist berechtigt“

VfL Wolfsburg „Jede Kritik ist berechtigt“

Kein anderer Fußball-Profi trägt den VfL so tief in seinem Herzen wie Marcel Schäfer. Und keinem anderen der Derby-Deppen geht die Pleite gegen Braunschweig so nah wie dem Linksfuß. „Es ist der schwärzeste Tag meiner Karriere und nur ganz schwer zu verarbeiten“, sagt der Rekordspieler des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten.

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Gekämpft, verloren und bitter enttäuscht: VfL-Rekordspieler Marcel Schäfer geht mit sich und seinen Kollegen nach dem Derby hart ins Gericht.

Direkt nach dem Spiel wollte Schäfer nur allein sein, suchte Trost bei seiner Familie. Doch so richtig zur Ruhe kam er nicht. Es spricht für den Ex-Kapitän, dass er sich trotz sichtlich unerträglicher Niedergeschlagenheit einigen Fragen stellte - und gewohnt offen und ehrlich antwortete.

„Ich habe keine Minute nach dem Spiel geschlafen. Es tut einfach nur weh“, so Schäfer. „Vielleicht haben wir ganz gut begonnen, aber vom Gegentor haben wir uns komplett aus der Spur bringen lassen. In der zweiten Halbzeit haben wir ja nicht mehr viel rausgespielt. Uns hat die letzte Konsequenz gefehlt. Die Bayern haben zum Beispiel immer vier, fünf Mann im Strafraum. Da ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass einer trifft.“

Dass die Mannschaft nun von außen Häme, Kritik und böse Worte abbekommt, kann der Meisterspieler von 2009 nachvollziehen. „Es war ein besonderes Spiel - von der Bedeutung her das wichtigste in meinen sieben Jahren beim VfL. Mit der Kritik, die nun auf uns einprasselt, müssen wir leben. Alles, was da kommt, ist berechtigt“, sagt Schäfer. Nun geht es wieder um charakterschwache Spieler, fehlende Leidenschaft, die Komfortzone VfL. Der Rekordspieler gnadenlos offen: „Wenn du ein Derby so verlierst, stecken hinter vielen Vorwürfen Wahrheiten.“

Und wie soll‘s weitergehen? Schäfer: „Nach solch einem Spiel braucht man eine Zeit. Das ist nicht in zwei Tagen verarbeitet. Man kann sich für die Leistung entschuldigen, aber das Rumreden bringt jetzt auch nichts.“

rs/eh

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