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„Ismaël hat mich aufgefangen“

WAZ-Interview „Ismaël hat mich aufgefangen“

Der ungewöhnliche Weg des Willi Evseev in die Fußball-Bundesliga: Über seine Karriere sprach der 21-Jährigen Mittelfeldspieler des VfL mit WAZ-Sportredakteur Robert Schreier.

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Ganz interessanter Mensch: VfL-Youngster Willi Evseev.

WAZ: Haben Sie Ihr Bundesliga-Debüt inzwischen verarbeitet?

Evseev: Ja, ich habe mir die Szenen ein paar Mal auf Video angeschaut. Es war mein ganz großer Kindheitstraum, einmal in der Bundesliga eingewechselt zu werden. Ich bin sogar zur Seitenlinie gesprintet, damit das Spiel nicht abgepfiffen wird, bevor ich eingewechselt wurde.

WAZ: Sind Sie zufrieden, oder haben Sie Blut geleckt?

Evseev: Das erste Ziel habe ich erreicht, mal sehen, wie es weitergeht. Ich gebe alles.

WAZ: Sie galten als großes Talent, standen als Teenager vorm Bundesliga-Debüt...

Evseev: Und jetzt bin ich schon 21.

WAZ: Finden Sie das alt?

Evseev: Eigentlich ist es jung. Aber Draxler und Götze, auch Maxi Arnold, sind deutlich früher in die Bundesliga gekommen. Es gibt in meinem Alter einige, die schon viermal so viel Erfahrung haben wie ich.

WAZ: Ihre Karriere verlief nicht gradlinig. Als es in Hannover nicht weiterging, sind Sie nach Österreich gegangen. Ein Rückschritt?

Evseev: Es war der richtige Schritt - aus der Regionalliga in den Profifußball. Ich wollte weg aus Deutschland, weg von den Vorurteilen, dass ich ein ewiges Talent bin, das es sowieso nie schafft. In Österreich konnte ich ein Jahr lang in Ruhe Fußball spielen.

WAZ: Als Sie zurück nach Deutschland kamen, war Valérien Ismaël Ihr Trainer bei Hannover II. Welche Rolle spielt er für Sie?

Evseev: Als ich aus Österreich zurückkam, wurde ich in die zweite Mannschaft abgeschoben. Valérien Ismaël hat mich aufgefangen, Mut zugesprochen, Selbstvertrauen gegeben. Ich bin ihm sehr dankbar. Er hatte auch viel mit meinem Wechsel zu tun.

WAZ: Mussten Sie darüber lange nachdenken?

Evseev: Anfangs schon, ich wollte höher als in der Regionalliga spielen. Aber mir wurde schnell klar, dass ich wieder zu diesem Trainer wollte. Er baut auf mich und macht mich besser. Jetzt weiß ich: Es war der richtige Schritt.

WAZ: Beim VfL II sind Sie Leistungsträger - in welcher Mannschaft würden Sie nun gern spielen?

Evseev: Ich denke, bei den Profis zu trainieren, ist gut. Wenn ich in der Bundesliga nicht spiele, freue ich mich über Einsätze in der Zweiten.

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