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In bewegten Bildern: Das erste Elfmeterschießen

VfL Wolfsburg In bewegten Bildern: Das erste Elfmeterschießen

Wolfsburg/Frankfurt. Pünktlich zum Start der neuen DFB-Pokal-Saison ist die Fußball-Welt des VfL Wolfsburg um eine Attraktion reicher: Das allererste Elfmeterschießen in der Geschichte dieses Wettbewerbs ist jetzt dort erstmals in bewegten Bildern zu sehen!

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Historisches in der Fußball-Welt: Das Elfmeter-Duell vom 23. Dezember 1970 gegen Schalke ist jetzt zu sehen – VfLer Ingo Eismann spielte damals eine der Hauptrollen in zwei Pokal-Spielen.

Quelle: Imago

Im Dezember 1970 war es, der Regionalligist VfL unterlag im Wiederholungsspiel der ersten Runde beim Bundesligisten Schalke 04. 1:1 hatte es nach 120 Minuten gestanden, im Elfmeterschießen traf nur ein Wolfsburger.

Durch einen Beitrag auf der Facebook-Seite der TV-Sendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ war der VfL auf das Videomaterial aufmerksam geworden - und fand es dann im deutschen Fußball-Archiv der DFL. Die Bilder sind schwarz-weiß, meilenweit von heutiger HD-Qualität entfernt und dennoch sehr beeindruckend. Denn weder Zuschauer noch Schiedsrichter waren sich offenbar darüber im Klaren, wie so ein Elfmeterschießen abzulaufen hat. Die Fans drängten nach und nach aufs Spielfeld, bei den letzten Schützen bildeten die Zuschauer schon einen engen Kreis um den Strafraum der Glückaufkampfbahn. Und Schiri Günter Linn aus Altendiez ließ den letzten Schalker Schützen Manfred Pohlschmidt noch antreten, obwohl der Fehlschuss des Wolfsburgers Wolfgang Matz die Sache zuvor schon entschieden hatte.

Dass es überhaupt so weit kommen konnte, daran hatte Ingo Eismann maßgeblichen Anteil. Der damalige Wolfsburger Außenbahner hatte schon beim 2:2 im ersten Spiel im VfL-Stadion getroffen; er erzielte am Tag vor Heiligabend auf schneebedecktem Grund auch die Wolfsburger Führung, die Klaus Scheer (stürmte zusammen mit Klaus Fischer und Reinhard „Stan“ Libuda) aber schnell ausglich. Danach wuchs VfL-Torwart Dieter Grünsch gegen die Schalker Bundesliga-Stars über sich hinaus, blieb auch bei der Elfmeterschießen-Premiere Sieger gegen Heinz van Haaren und Hans-Jürgen Wittkamp. Aber es reichte nicht für den Außenseiter, für den nur Kapitän Dieter Thun traf. Den letzten VfL-Elfer vergab Libero Wolfgang Matz - er schoss im Grunde nicht wirklich daneben, sondern der Ball landete in den Zuschauern seitlich vom Tor.

„Allein, dass wir gegen Schalke gespielt haben, war für uns schon ein Highlight“, erinnert sich Eismann, der auch zu den Wolfsburger Fehlschützen gehörte. „Auch wenn man den Fußball von damals nicht mit heute vergleichen kann, eines hat sich nicht geändert: Elfmeter gibt es immer noch und Elfmeterschießen genauso. Wir haben ein Stück Fußballgeschichte in Deutschland mitgeschrieben. Und dass man sich das jetzt in der Fußball-Welt anschauen kann, finde ich einfach toll.“

Bis zur Einführung des Elfmeterschießens war der Sieg per Los oder Münzwurf bestimmt worden - bis der bayerische Schiedsrichter Karl Wald (gebürtig in Frankfurt) eine bessere Idee hatte. Mit dem Argument: „Losentscheid ist doch kein Sieg“ schlug er dem Bayerischen Fußball-Verband Anfang 1970 seine Alternative vor: „Nur so kann es doch einen einwandfreien sportlichen Sieger geben. Alles andere war doch keine Lösung.“ Und dann ging es rasend schnell: Nach dem BFV führte sofort auch der DFB das Elfmeterschießen ein; die FIFA, bei der ein Israeli einen ähnlichen Vorschlag eingebracht hatte, zog 1971 nach - und nach dem 2011 verstorbenen Wald wurde in dessen Wohnort Penzberg eine Straße benannt.

Was den Ort des Elfmeterschießens angeht, schloss sich für den VfL 24 Jahre später der Kreis: In der ersten Pokalrunde 1994/95 besiegte der VfL (damals 2. Liga) auf dem Weg ins Finale die Schalker Amateure (damals 4. Liga) mit 2:0. Ohne Elfmeterschießen.

apa/dik

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