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Gentner: „Mir ist ein 5:4 mal lieber als ein 1:0“

WAZ-Interview Gentner: „Mir ist ein 5:4 mal lieber als ein 1:0“

Ein 3:3 nach 0:3 gegen Leverkusen und ein irres 5:4 in Frankfurt - das waren die beiden letzten Spiele von Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart, der so schwach in die Saison gestartet war. Als Kapitän ist Christian Gentner bei den Schwaben die zentrale Figur. Wie es vor dem Duell mit seinem Ex-Klub VfL Wolfsburg aussieht, schildert er im Interview mit WAZ-Sportredakteur Robert Schreier.

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Führungsfigur: Beim VfB Stuttgart ist Christian Gentner Kapitän. Mit dem VfL wurde der 29-Jährige 2009 Deutscher Meister. Der Mittelfeldmann bestritt für Wolfsburg 99 Bundesliga-Spiele.

Quelle: imago

WAZ: Wäre es eine Überraschung, wenn das Spiel 7:7 endet?

Gentner: 14 Tore sind sicherlich ein bisschen hoch gegriffen. Wir wollen uns defensiv verbessern. Aber wir wissen, dass der VfL in der Offensive sehr stark ist. Im Moment erscheint mir bei uns vieles möglich.

WAZ: Ganz ernst gemeint war die Frage nicht: Was denkt ein Spieler über eine Woche mit einem 3:3 und einem 5:4?

Gentner: Ich muss ehrlich sagen: Ich bin ja auch Fußball-Fan. Wenn‘s erfolgreich für uns ausgeht, dann ist mir ein 5:4 auch mal lieber als ein 1:0. Aber irgendwann bin ich eventuell auch Trainer und werde bei neun Toren wegen der vielen Fehler verrückt.

WAZ: Was haben die beiden Spiele mit dem VfB als Mannschaft gemacht?

Gentner: Mit unseren neun Saisonpunkten ist niemand zufrieden. Daher gibt das schon einen Schub, wenn du zweimal Rückstände aufholst. Wie weit uns das nach vorn bringt, ist aber schwer zu sagen. Wir sind insgesamt noch zu schwankend in den Leistungen. Konstanz reinzubekommen, ist die große Kunst des Fußballs.

WAZ: Aber der Blick geht jetzt wieder nach oben?

Gentner: Ich sehe vor uns in der Tabelle einige Mannschaften, die ich nicht besser als uns einschätze. Den einen oder anderen Platz wollen wir noch nach oben rutschen.

WAZ: Wäre ein Sieg gegen den VfL eine Überraschung?

Gentner: Wenn alles passt, können wir mit Mannschaften wie dem VfL mithalten und für Überraschungen sorgen. Wir sind körperlich gut drauf. Im Gegensatz zu uns haben die Wolfsburger unter der Woche im Pokal gespielt. Vielleicht reicht es für uns ja mal für einen erkämpften 1:0-Sieg.

WAZ: Haben Sie damit gerechnet, dass der VfL nach den Enttäuschungen in den Jahren nach dem Titel nun konstant oben in der Tabelle dabei ist?

Gentner: Damit rechnen hätte man schon öfter mal können. Auch jetzt hat der VfL wieder viele gute Einzelspieler - wie Ricardo Rodriguez, Luiz Gustavo oder Kevin De Bruyne. Den Unterschied macht vielleicht, das auch als Mannschaft auf den Platz zu bekommen. Ich kenne Dieter Hecking nicht persönlich. Aber er leistet offensichtlich sehr gute Arbeit. Wolfsburg ist gewissermaßen jetzt da, wo es hingehört.

WAZ: Ist der VfL in Ihren Augen schon ein Bayern-Jäger?

Gentner: Die erste Frage dabei ist, ob sich die Bayern jagen lassen oder durchmarschieren. Aber neben Mönchengladbach und Leverkusen könnten die Wolfsburger schon in der Tabellenregion landen, in der sie im Moment stehen.

WAZ: Beim VfL hat Ihr alter Weggefährte und Freund Marcel Schäfer wieder starke Startelf-Einsätze gehabt. Haben Sie das verfolgt?

Gentner: Ja, natürlich, und ich habe mich riesig gefreut. Er ist ein hervorragender Bundesliga-Spieler, der in vielen anderen Mannschaften in der Stammelf gesetzt wäre. Der VfL hat ein Luxusproblem, mit Marcel und Ricardo Rodriguez zwei so starke Linksverteidiger zu haben. Mich hat es jedenfalls nicht überrascht, dass Marcel nach so langer Zeit gleich wieder so gut war. Er ist ein absoluter Profi und nicht zufrieden, wenn er so wenig spielt.

WAZ: Sie haben zuletzt zweimal getroffen. Es heißt, Sie sind in aufsteigender Form.

Gentner: Ich habe zuletzt wieder auf der Position gespielt, die ich für meine beste halte, im zentralen Mittelfeld. Ich bin froh über meine Leistung. Aber um mich allein geht es ja nicht.

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