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Felipe: „Ich dachte nicht, dass es so ernst ist“

WAZ-Interview Felipe: „Ich dachte nicht, dass es so ernst ist“

Er spürte, dass etwas nicht stimmt – Felipe Lopes hat harte Wochen und Monate hinter sich. Im Juli hatte er abends mit Schwindelgefühlen zu kämpfen. Der VfL-Profi griff zum Telefon und rief Physiotherapeut Michele Putaro an. Dann ging alles ganz schnell: Krankenwagen, Krankenhaus, niederschmetternde Diagnose. Der Brasilianer hatte eine leichtere Form des Schlaganfalls erlitten. Im WAZ-Interview mit Engelbert Hensel spricht er darüber.

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WAZ: Die wichtigste Frage vorweg: Felipe, wie geht es Ihnen?

Felipe: Viel besser.

WAZ: Was genau ist vor drei Monaten passiert, als Sie allein zu Hause waren?

Felipe: Ich hatte ein Problem, von dem die Ärzte bis heute nicht genau sagen können, warum ich es plötzlich hatte.

WAZ: Wie dramatisch war die Situation an dem Abend, als es Ihnen nicht gut ging?

Felipe: Dramatisch würde ich es nicht nennen, sondern ernst. Ich habe mich nicht gut gefühlt, mir war schwindelig. Aber ich dachte nicht, dass es so ernst ist. Ich habe dann unseren Physiotherapeuten Michele Putaro angerufen. Er hat entschieden, einen Krankenwagen zu rufen. Das war der gute Teil des Abends.

WAZ: Hatten Sie jemals zuvor derartige Probleme wie an dem Abend, als Sie ins Krankenhaus mussten?

Felipe: Nein, nie zuvor. Das ist für mich auch das Kuriose an dieser Geschichte. Drei Tage zuvor hatten wir noch den obligatorischen Herztest mit der Mannschaft. Da war alles gut.

WAZ: Was heißt das alles für Ihre Karriere, wann können Sie wieder zurückkehren?

Felipe: Momentan darf ich nicht spielen, weil ich ein blutverdünnendes Medikament nehmen muss. Das werde ich auch noch rund zweieinhalb Monate nehmen müssen. Danach kann ich hoffentlich mit dem Training starten. Ich bin zuversichtlich, dass ich wieder spielen kann. Ich habe noch ein bisschen Probleme mit den Augen, die Reaktion ist noch nicht gleich, aber wir arbeiten dran, es wird jeden Tag besser.

WAZ: Wie war der Kontakt zur Mannschaft?

Felipe: Viele meiner Kollegen haben mir geschrieben oder mich besucht. Auch das Team hinter der Mannschaft hat sich immer nach mir erkundigt. Leider konnte ich wegen meiner Reha nicht immer in Wolfsburg bei den Jungs sein. Nach dem Augsburg-Spiel war ich in der Kabine. Für mich war es gut, diese Atmosphäre dort zu fühlen, nachdem ich längere Zeit nicht mehr da sein konnte.

WAZ: Wie wichtig war die Familie in den vergangenen Wochen und Monaten?

Felipe: Meine Frau ist die ganze Zeit bei mir. Vier Wochen nach dem Abend, an dem es mir nicht gut ging, wurde uns mitgeteilt, dass sie schwanger ist. Das war für uns eine fantastische Nachricht, die mir viel Kraft gegeben hat auf meinem Weg zurück.

WAZ: Wann werden Sie denn Eltern?

Felipe: Das Baby wird im März zur Welt kommen, es ist ein Junge, er wird Bernardo heißen.

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