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Europa? Der VfL wird es schaffen

WAZ Interview Europa? Der VfL wird es schaffen

Wolfgang Wolf – fünf Jahre lang war er VfL-Trainer. Er brachte das Kunststück fertig, den Klub 1999, zwei Jahre nach dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga, ins internationale Geschäft zu führen. Der VfL spielte noch am Elsterweg und hatte lange nicht die finanziellen Mittel wie heute. Vor dem Rückrunden-Auftakt sprach der 56-Jährige mit WAZ-Sportredakteur Engelbert Hensel über die Entwicklung bei seinem Ex-Klub.

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Wolfs Helden: In der Saison 1998/99 schaffte es der VfL Wolfsburg in den UEFA-Cup.

WAZ: Fünfter nach der Hinrunde – schafft es der VfL in diesem Jahr endlich wieder ins internationale Geschäft?

Wolf: Ja, das wird reichen. Ich würde mich freuen, wenn es die Champions League wird. Aber ich glaube eher an eine Europa-League-Teilnahme. Allerdings sehe ich auch Schwierigkeiten.

WAZ: Welche?

Wolf: Die Frage ist: Schafft es Kevin De Bruyne, der viel Qualität hat, gleich richtig anzukommen? Wie reagieren die Spieler darauf, die möglicherweise jetzt nicht mehr spielen? Und dann ist da noch die ungeklärte sportliche Zukunft von Diego. Der will spielen und lässt sich nicht ins Abseits drängen. Dieter Hecking muss da gleich einen richtigen Spagat finden. Das wird eine spannende Rückrunde.

WAZ: Schafft Hecking das?

Wolf: Bislang hat er es zusammen mit Klaus Allofs hervorragend hingekriegt. Die beiden haben den Verein wieder in den Griff bekommen.

WAZ: Und jetzt einen weiteren Millionen-Transfer gestemmt...

Wolf: (lacht) Ich habe bei meinen Klubs im Winter keinen Spieler für 20 Millionen bekommen... Aber Spaß beiseite: Allofs und Hecking tun dem Verein gut. Schön ist auch, dass sich VW-Chef Martin Winterkorn so für den Fußball einsetzt. Da ist wieder etwas gewachsen.

WAZ: Was man zuletzt etwa kaputt gemacht hatte?

Wolf: Das will ich nicht sagen, aber in Wolfsburg ist wieder Normalität eingekehrt. Man gibt den Spielern wieder Zeit. Die Verantwortlichen wissen, dass man nicht einen Millionen-Transfer macht und sich dann sagt: jetzt läuft‘s. Natürlich macht man Transfers wie den von Luiz Gustavo und zeigt in der Liga damit Stärke. Aber es wird auch wieder auf den Nachwuchs gesetzt.

WAZ: Sie denken an Maxi Arnold und Robin Knoche?

Wolf: Klar, das sind doch Jungs, die Spaß bereiten. Man ist dabei, sich wieder ein Fundament aufzubauen. Und das ist gut so.

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