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„Einige werden angefressen gucken“

VfL Wolfsburg „Einige werden angefressen gucken“

Eine kleine Fußball-Wachablösung im östlichen Niedersachsen steht bevor: Mit einem Sieg am Samstag würde der VfL Wolfsburg in der ewigen Tabelle der Bundesliga Nachbarn Eintracht Braunschweig überholen. „Da werden vielleicht einige in Braunschweig ein bisschen angefressen gucken“, glaubt Frank Plagge.

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Das bisher letzte Duell: Der VfL (M. Naldo) spielte im März 2014 1:1 bei Eintracht Braunschweig (Jan Hochscheidt).

Quelle: Sebastian Preuß

Der Calberlaher Plagge (52) kennt die Seelen beider Klubs, hat für Braunschweig in der Bundesliga gespielt, war einer der VfL-Helden beim Zweitliga-Aufstieg 1992 und schoss hier wie dort Tore für die Traditionsteams. Er sagt: „Bei Eintracht waren alle immer sehr stolz auf die Tradition und den Meistertitel von 1967 - aber zumindest das hat der VfL mit dem Titel 2009 wettgemacht. Und mit dem Pokal im vergangenen Jahr liegt er nach Titeln sogar vorn.“

Zu seiner Zeit bei der Eintracht Mitte der 80er war der VfL kein echter Konkurrent, meistens „nicht einmal ein Thema“. Die sportliche Kluft schien zu groß. Plagge: „Ich war zuvor beim MTV Gifhorn - und da sind wir sogar zweimal in der Drittliga-Tabelle vor dem VfL gelandet.“ Fußball-Mittelpunkt der Region war zu der Zeit eindeutig Braunschweig. Und Plagge erinnert sich, dass das auch eine Vormachtsstellung für die Zukunft hätte werden können: „Damals sollte Karl-Heinz Briam, der damalige VW-Arbeitsdirektor, Eintracht-Präsident werden. Das hat nicht geklappt. Mit Briam wären vielleicht VW-Gelder bei der Eintracht gelandet - und die Fußball-Geschichte in dieser Region sähe heute anders aus...“

1985 stieg Braunschweig aus der 1. Liga ab, ein paar Jahre später begann der VfL-Aufschwung, der bis in die Champions League führte. Die Eintracht war zwischendurch nur in der Saison 2013/14 wieder erstklassig.

„Braunschweig hat andere Voraussetzungen“, glaubt Plagge, „so schnell schaffen sie es nicht wieder in die 1. Liga. Die Schere zwischen Klubs wie dem VfL und Eintracht wird immer größer.“ Im Herzen ist Plagge zwar „eher grün-weiß“, den Nachbarn sieht er aber mit viel Sympathie: „Ich finde, dass in Braunschweig gute Arbeit gemacht wird - und es war richtig, immer an Trainer Torsten Lieberknecht festzuhalten. Ich habe Respekt vor dem, was da entstanden ist.“ Andererseits: „Was sich beim VfL entwickelt hat, ist aller Ehren wert, auch wenn es zwischendurch mal in der 1. Liga Täler gab, in denen sie Glück für den Klassenerhalt brauchten.“

Und was ist mit der Rivalität der so unterschiedlichen Klubs? „Das muss man nicht so eng sehen - ein gesunder Konkurrenzkampf tut der Region gut.“

apa

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