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Eine Karte für den besten Fußballer aller Zeiten

WAZ-Serie Eine Karte für den besten Fußballer aller Zeiten

Was für ein Festtag für die Fans! Durch das Stadion am Elsterweg wehte erstmals ein Hauch von internationalem Fußball: Am 3. Juni 1961 war Brasiliens „Wunder-Elf“ FC Santos zu Gast. Für nur 5 Mark Eintritt konnte man von der einige Wochen zuvor neu errichteten Tribüne aus den besten Fußballer aller Zeiten bestaunen: Edson Arantes do Nascimento, besser bekannt als Pelé!

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Gemeinsames Mannschaftsfoto in Wolfsburg: Pelé (unten, 2. v. r.) war die größte Attraktion auf der Europa-Tournee des FC Santos.

Der FC Santos war damals auf einer gigantischen Europa-Tournee, absolvierte in eineinhalb Jahren 33 (!) Freundschaftsspiele in Italien, Belgien, England, Frankreich, Griechenland, Portugal, Spanien, Schweiz und Deutschland. Mit den Gagen wurden die Stars der weltweit bekannten Profi-Ballzauberer bezahlt.

Größte Attraktion war der damals 20-jährige Pelé, dessen Stern drei Jahre zuvor bei der WM in Schweden aufgegangen war. In Wolfsburg kamen 10.000 Fans (die zusätzlich zum Eintritt auch noch den „Tribünengroschen“ bezahlten), um den Star und seine zaubernden Mitspieler zu sehen.

Nachdem Pelé und der kürzlich verstorbene Günter Litzenberg die Wimpel getauscht hatten, gewann Santos mit 6:3. Mehr Gegentore kassierten die Brasilianer auf dieser Tour gegen keine deutsche Mannschaft. Pelé spielte am Elsterweg nur eine Halbzeit, traf aber zweimal. „So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie er die beiden Dinger gemacht hat“, erinnert sich Gegenspieler Fredi Reckel an den Superstar.

Der VfL war damals in der Amateur-Oberliga zu Hause und hatte sich - das war damals bei solchen Spielen nicht unüblich - mit Gastspielern vom Nachbarn Eintracht Braunschweig verstärkt, darunter Gerhard „Fichte“ Schrader. Und der schwärmt auch heute noch: „Trotz der Niederlage bleibt dies Aufeinandertreffen für mich unvergesslich“ - nicht zuletzt weil Schrader einer der beiden Wolfsburger Torschützen war, die anderen Treffer erzielte Günter Rüge.

Autogramme gaben Pelé und seine Landsleute vor und nach dem Spiel an diesem Tag reichlich. Auf Zettel, Bilder, Stoff - und auf die Eintrittskarten, von denen eine jetzt in der neuen Fußball-Welt zu sehen sein wird.

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