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Ein Tag für die Fußball-Ewigkeit

WAZ-Serie: Das VfL-Jahr 2015 Ein Tag für die Fußball-Ewigkeit

20 Minuten lang sah es so aus, als würde ein gelb-schwarzer Favorit einen grün-weißen Außenseiter dominieren, als sei alle vorbereitet für den Abschied von Jürgen Klopp, der Borussia Dortmund so gern mit einem Titel verlassen hätte. Doch dann drehte sich an diesem Abend des 30. Mai 2015 alles. Und am Ende war der VfL Wolfsburg DFB-Pokalsieger 2015.

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Das VfL-Jahr 2015: Am 30. Mai holte sich Wolfsburg mit einem 3:1 gegen Borussia Dortmund den DFB-Pokal.

Quelle: imago sportfotodienst

Ein Sieg im Elfmeterschießen bei Darmstadt 98, ein souveränes 4:1 gegen Heidenheim, ein 2:0 bei RB Leipzig, ein 1:0 durch ein Elfmetertor gegen Freiburg, ein lockeres 4:0 in Bielefeld und schließlich der 3:1-Triumph gegen Borussia Dortmund im großen Finale von Berlin: Ein bisschen war es auch das Losglück, dass dem VfL den Weg bereitete. Vor allem aber waren die Wolfsburger bereit, aus diesem Glück etwas zu machen.

Im Finale führte der BVB durch Pierre-Emerick Aubameyang mit 1:0, dann vergab Marco Reus die Riesenchance zum 2:0 – und der VfL wachte auf. In dem Maße, wie Trainer Dieter Hecking am Spielfeldrand aktiver wurde, erhöhte auch seine Mannschaft das Tempo. Nachschuss Luiz Gustavo, Weitschuss Kevin De Bruyne, Kopfball Bas Dost: Innerhalb von 17 Minuten wurde aus der großen Klopp-Abschiedsparty ein Titeltraum in grün-weiß, der zweite große VfL-Triumph nach der Meisterschaft 2009.

Ein Triumph, der vielen kleinen Geschichten hatte: Den aufgebrachten VfL-Co-Trainer Dirk Bremser etwa, der von Chef Hecking beim verbalen Schlagabtausch mit der BVB-Bank gestoppt werden musste. Die Risswunde am Fuß von De Bruyne, die in der Halbzeit genäht wurde. Die überragende Leistung von Vieirinha. Die „King“-Kappe von Hecking, die ein Teil des ewigen VfL-Inventars wurde. Der Autokorso und die gigantische Party in Wolfsburg. Und, und, und...

De Bruyne ist nicht mehr da, Ivan Perisic auch nicht. Mit ihnen verschwand leider auch viel von dem Tempo, das das VfL-Spiel nicht nur in diesem Finale prägte, sondern in der gesamten Saison. Der Triumph aber bleibt – Titel wie diese sind für die Fußball-Ewigkeit.

apa

Heckings Erinnerung: „Das ging zu weit“

So erinnert sich VfL-Trainer Dieter Hecking an den Triumph in Berlin.

WAZ: Welches ist Ihre markanteste Erinnerung ans Pokalfinale?
Hecking: Als wir durch das Marathon-Tor vorm Spiel ins Stadioninnere sind und ich zuerst gar nicht unsere Fans gesehen habe, weil in der Dortmund-Kurve neben uns so viel Pyrotechnik gezündet worden war. Das Bild habe ich schnell wieder vor Augen.

WAZ: Was haben Sie damals gedacht?
Hecking: Ich habe gedacht „Das gehört sich nicht bei einem Pokalfinale – und heute kriegt ihr die Quittung“.

WAZ: Sie waren motiviert...
Hecking: Sowieso. Vor allem, weil sich im Vorfeld alles nur um den Abschied von Jürgen Klopp gedreht hatte. Ich hätte ihm den Titel auch gegönnt, wenn es kein Spiel gegen mich gewesen wäre. Aber das ging mir alles viel zu weit, der VfL Wolfsburg fand im Vorfeld ja nur noch am Rande statt. Und dann schreibt der Fußballgott die Geschichte plötzlich so, dass der, der am Rand stand, im Rampenlicht steht.

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