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Draxler bricht Schweigen: „Habe nichts gegen Wolfsburg“

VfL Wolfsburg Draxler bricht Schweigen: „Habe nichts gegen Wolfsburg“

Hildesheim. Bei den Fanklubbesuchen gestern schickte ihn der VfL ins weit entfernte Hildesheim – so konnte Julian Draxler nicht in die Verlegenheit kommen, Fans hier in Wolfsburg erklären zu müssen, warum er denn so dringend weg wollte.

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Frust in Bremen, Fanklub-Besuch in Hildesheim: Am Tag nach dem 1:2 bei Werder äußerte sich Julian Draxler erstmals wieder öffentlich.

Aber immerhin: Am Rande der Veranstaltung bei den „Hildesheimern Wölfen“ nutzte der Nationalspieler des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten die Gelegenheit, erstmals seit seinem Ich-will-weg-Interview öffentlich Stellung zu beziehen.

„Ich habe mich bewusst aus der Öffentlichkeit rausgehalten“, erklärte Draxler am Tag nach der Niederlage in Bremen. „Im Sommer war genug Theater, ich musste erst einmal ein bisschen zur Ruhe kommen.“ Ein Bekenntis zum VfL gab er nur sehr halbherzig ab, von einer Entschuldigung oder auch einem Bedauern sprach er nicht. Er formulierte es stattdessen so: „Wir hatten Meinungsverschiedenheiten, die sind im Sinne des Vereins und des Sportlichen beiseitegelegt worden.“

In einem Interview im August, das er hinter dem Rücken des Vereins gegeben hatte, hatte Draxler auf seinen Wechsel gedrängt und behauptet, Trainer Dieter Hecking und Manager Klaus Allofs hätten entsprechende Zusagen gemacht. Der VfL hatte die Darstellung dementiert. „Da ist nichts zurückgeblieben“, so Draxler gestern. „Wir hatten ein klärendes Gespräch, und ab dem 1. September war klar, dass wir nur noch in eine Richtung gehen.“ Es sei „nicht so einfach zu vergessen, was im Sommer war“, aber das spiele jetzt „keine Rolle mehr“.

Dass er sich in Wolfsburg grundsätzlich unwohl fühle und er auch deshalb dringend weg wollte, sei „komplett falsch wiedergegeben worden“. Denn: „Ich habe weder was gegen die Stadt Wolfsburg noch gegen den VfL Wolfsburg an sich und wollte niemals jemandem zu nahe treten. Ich bin hier, um Fußball zu spielen.“

Das allerdings tut er momentan wenig überzeugend. Auch in Bremen hatte Draxler gute Szenen, war einer der wenigen VfLer, die auch mal ein Offensivdribbling wagten. Dennoch wirkte erneut alles, was er machte, wie eine Einzelaktion – in ein strukturiertes Offensivspiel ist er kaum eingebunden. Zudem musste er trotz der Verletzung von Daniel Didavi wieder auf links raus, obwohl er lieber in der Mitte spielt. Da er vom Typ her weder Antreiber noch Lautsprecher ist, wirken seine Leistungen so oft lustlos. Ein Urteil, das schnell gefällt ist, wenn man im Hinterkopf hat, dass Draxler eigentlich gar nicht mehr hier sein wollte.

„Ich hätte mir gewünscht, wir hätten besser gespielt, dazu gehört auch Julian“, so Manager Klaus Allofs am Samstag, „aber wir wissen auch, was Julian fehlt. Er war auch in der vergangenen Saison nicht derjenige, der in jedem Spiel den Unterschied ausgemacht hat und der immer auf höchstem Niveau gespielt hat.“

apa/ak

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VfL Wolfsburg
Die Anhänger hatten viele kritische Fragen: Manager Klaus Allofs (r.) nahm sich am Sonntagmittag rund 90 Minuten Zeit, um bei den Mitgliedern des Volkswagen-Fanklubs in Vorsfelde vorbeizuschauen.

Wolfsburg. Klaus Allofs redete am Tag nach dem schlechten Auftritt beim 1:2 des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten bei Werder Bremen nicht lange um den heißen Brei herum: „Es gibt schönere Momente für solche Ereignisse. Aber trotzdem ist es wichtig, jetzt Flagge zu zeigen. Ihr müsst mich nicht schonen“, sagte er schmunzelnd zu den rund 100 Mitgliedern des Volkswagen Fanklubs.

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