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Die Kabinen-Höhle und das 5:4

VfL Wolfsburg Die Kabinen-Höhle und das 5:4

Mittlerweile ist in Wolfsburg bereits eine junge Fußballfan-Generation herangewachsen, die das alte VfL-Stadion am Elsterweg gar nicht mehr kennt. Für sie mag der Abschied des Jahres gar keine große Rolle gespielt haben. Allen anderen dagegen durfte schon etwas wehmütig ums Herz werden, als es im Dezember 2014 hieß: Das war‘s jetzt mit Fußball am traditionsreichsten aller Wolfsburger Sportplätze.

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Zuschauer im VfL-Stadion: In der ersten Bundesliga-Saison 1997/98 vorm Spiel gegen Bochum (großes Bild), beim letzten Spiel der VfL-Frauen im Dezember 2014 (o. Mitte), vorm Bau der Tribüne in der 50er Jahren (o. rechts) und beim letzten Spiel der Profis vorm Umzug in die VW-Arena 2002 (u. r.).

Quelle: Imago 00048399/CP24/VfL/Photowerk

„Am Elsterweg“, sagt man, wenn man das Stadion meint. Dabei liegen weder Haupteingang (Berliner Ring) noch Parkplatzeinfahrt (Kiebitzweg) dort; nur ein altes, selten benutztes Tor am Leistungszentrum lässt erahnen, wie es zu der Adresse kam. Dort entstand 1947 der erste VfL-Sportplatz, der 1961 zum VfL-Stadion wurde. Spitzensport wurde geboten, im Feldhandball etwa oder bei den Leichtathletik-Sportfesten. Der Fußball rückte schrittweise in den Mittelpunkt, in den 70ern verirrte sich der VfL zweimal in die 2. Liga Nord, ehe 1992 die neue Profifußball-Zeitrechnung begann. Die Kabine der Gäste lag höhlenartig unterm Marathon-Tor, die heimischen Spieler mussten nach Abpfiff manchmal durch den Regen und manchmal durch die Fans.

Gut 15.000 Fans passten zunächst rein, dann wurde angepasst - an die Zweitliga-Bedürfnisse, an den erhöhten Sitzplatzbedarf, an die Ansprüche des Fernsehens. Im März 1996 feierte der VfL seine Flutlichtpremiere - mit „Ich-war-dabei“-Shirts und einem 2:0 gegen Mannheim, Siggi Reich und Roy Präger trafen. Ein gutes Jahr später folgte das wohl denkwürdigste Spiel in der Geschichte dieses Stadions, mit einem 5:4 gegen Mainz stieg der VfL in die Bundesliga auf. Das Stadion wuchs mit dem Verein, bekam eine Gegentribüne, eine Gästekurve. 1999 stellte sich mit dem VSC Debrecen aus Ungarn der erste internationale Pflichtspielgast in der VfL-Heimat vor.

Das Stadion wuchs auf 21.000 Plätze, dass es dennoch zu klein ist, ahnte man schnell. 2001 wurde ein Neubau beschlossen, Ende 2002 erzielte Diego Klimowicz beim 2:0 gegen Dortmund die letzten beiden Profifußball-Tore am Elsterweg. Zwölf Jahre später war es Martina Müller, die das Abschiedstor schoss; die Frauen ziehen ebenso wie der VfL II in eine neue Mini-Arena im Allerpark. Das Stadion wird es vermutlich bald nicht mehr geben, die Erinnerungen bleiben.

apa

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