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Die Bankrott-Erklärung einer Ex-Spitzenmannschaft

VfL Wolfsburg Die Bankrott-Erklärung einer Ex-Spitzenmannschaft

Das Kopfschütteln des auf die Tribüne verbannten Klaus Allofs gehörte zu den sinnvolleren VfL-Bewegungen an diesem Samstagnachmittag. Was der Manager des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten beim 2:3 (1:1) in Bremen von der Bank aus und später von ein paar Meter weiter hinten sah, war erschütternd.

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Das war nichts: Der amtierende Vizemeister VfL (v. l. Träsch, Schürrle, Vieirinha) trottete in Bremen enttäuscht vom Platz.

Quelle: Imago

Denn es war die fußballerische und wohl auch charakterliche Bankrott-Erklärung einer Ex-Spitzenmannschaft.

Leidenschaftslos und mit ganz offensichtlichen Konzentrationsproblemen ließ „ein heruntergekommenes ,Team‘“ (Kicker online) die Gegentore durch Claudio Pizarro (Elfmeter), Fin Bartels und Sambou Yatabaré zu, die eigenen Treffer durch Josuha Guilavogui und Bas Dost hübschten nur das Ergebnis auf, nicht aber die Wolfsburger Leistung. Dass Ricardo Rodriguez hinterher sagte „Wir haben versucht, alles zu geben“, war zwar eher ungeschickt als tiefgründig formuliert, passte aber ganz gut. Sie haben‘s vielleicht versucht – Überzeugung und Siegeswille vermittelten sie dabei nicht.

Dass es die letzte Chance auf Europa gewesen sein könnte, reichte als Motivation offenbar nicht aus – und das wohlgemerkt für Spieler, die zehn Tage zuvor noch als Helden eines 2:0 gegen Real gefeiert wurden. Eine Charakterfrage? „Nein“, meint Trainer Dieter Hecking. „Ich habe nie Zweifel, was den Charakter meiner Mannschaft angeht.“ Aber es habe nach den Highlight-Spielen gegen Madrid „die geistige Frische“ gefehlt. „Und wenn der Kopf müde ist, dann läuft man eben ein bisschen später zurück, als es nötig wäre.“

Als der VfL-Bus am Samstagabend aus Bremen zurückgekehrt war, bestellte der Trainer sein Team für Sonntag zum Training ein, die Einheit fiel dann allerdings aus. „Analyse und Diskussion haben ein bisschen länger gedauert“, erklärte Hecking dazu. Nämlich über drei Stunden. Wie groß war seine Enttäuschung? „Ich war nicht enttäuscht, ich war sauer“, so der Trainer. „Sauer, weil wir es nicht verstanden haben, aus der vorm Spiel spürbaren Unsicherheit bei Werder Kapital zu schlagen. Wir waren in den Zweikämpfen häufig zweiter Sieger, ich hatte mir mehr Gegenwehr erhofft – das haben wir nicht hinbekommen.“ Kurzum: Die Minimaltugenden einer Spitzenmannschaft haben gefehlt.

apa

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Wechselkandidat: VfL-Nationalspieler Max Kruse.

Dass der Trainer in Frage stehe, schloss Klaus Allofs auch nach dem 2:3 in Bremen aus. Dass beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten alles andere in Frage steht, ergibt sich nach zwei Punkten aus den letzten fünf Spielen von selbst. Es gebe keinen großen Umbruch, hatte der Manager noch vor knapp zwei Wochen erklärt. Aktuell sieht‘s so aus, als würde es ihn doch geben (müssen).

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