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Darum klappt‘s mit der VfL-Offensive nicht

VfL Wolfsburg Darum klappt‘s mit der VfL-Offensive nicht

Das Spiel am Mittwoch in Berlin zeigte überdeutlich, was beim VfL (noch) schiefläuft: Offensiv klappt‘s nicht, Wolfsburgs Fußball-Bundesligist strahlt viel zu wenig Gefahr vorm gegnerischen Tor aus. Heute (18.30 Uhr) gegen Werder Bremen muss der VfL einen Pflichtsieg einfahren - und dazu braucht er Torgefahr.

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„Wir treffen zu oft die falschen Entscheidungen“ sagte VfL-Trainer Dieter Hecking nach dem 0:1 bei Hertha. Ein Beispiel aus dieser Partie veranschaulicht das Problem (Erläuterung unten).

Die Fakten

Der VfL hat acht Tore in fünf Spielen geschossen, das ist weder besonders gut noch besonders schlecht. Er gibt vergleichsweise viele Torschüsse ab, hat ein gutes Passspiel und den drittmeisten Ballbesitz aller Bundesligisten (siehe Tabellen). Das alles taugt als Erklärung also wenig.

Das Problem

Dem VfL fehlt Tempo! Nicht in den Läufen, sondern im Kombinationsspiel. Trainer Dieter Hecking: „Wir spielen zu langsam. So schaffst du keine Überraschungs-Momente, keine Überzahlsituationen. Unseren Spielaufbau konnte man ohne großartigen Laufaufwand kontrollieren.“ Beim 4:1 gegen Leverkusen war‘s besser - weil der VfL die Überzahl nach dem frühen Bayer-Rot gut nutzte, mit Seitenwechseln Räume schaffte. Gegen defensive Mannschaften (und das sind gegen den VfL fast alle) muss er sich diese Räume anders schaffen - mit mehr Tempo. „Wir treffen zu oft die falschen Entscheidungen“, hat Hecking ebenfalls erkannt. Entscheidungen, die Tempo aus dem Spiel nehmen - das war in Berlin (siehe links) besonders gut zu beobachten. Offensiv-Mann Aaron Hunt: „Mit Bremen wartet jetzt ein ähnlicher Gegner wie Berlin, wir müssen schneller spielen.“

Was tun?

„Wir müssen schneller spielen, eine höhere Passsicherheit und ein schärferes Passspiel sowie mehr Freilauf-Bewegung haben“, sagt Hecking. Aber: Wegen der vielen Spiele ist es kaum möglich, entsprechende Abläufe im Training einzustudieren. Man bekäme zwar „schnell die Möglichkeit, das letzte Spiel vergessen zu machen“, so Hecking, aber die Probleme blieben zuletzt zu oft bestehen. Dazu kommt ein personelles Sonder-Problem: Nicklas Bendtner strahlt so wenig Gefährlichkeit aus, dass er wieder auf die Bank gehört. Für mehr Gefährlichkeit braucht der Mittelstürmer aber Spielpraxis - und die kriegt er nicht auf der Bank. Für Hecking ein Teufelskreis.

Eine denkbare Variante, auch heute gegen Bremen: Tiefer stehen, auf Ballbesitz verzichten, den Gegner rauslocken, auf Räume hoffen. Das widerspricht zwar dem Anspruch des VfL, als potenzielle Spitzenmannschaft der Liga dominant aufzutreten - aber es könnte die einmal nötige Sicherheit im Spiel nach vorn bringen. Anders gesagt: Um eine Spitzenmannschaft zu werden, muss der VfL vielleicht erst mal aufhören, wie eine Spitzenmannschaft spielen zu wollen.

apa/eh

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So kann es laut Naldo (l.) nicht weitergehen: Die VfL-Profis (im Hintergund v. l.) Benaglio, Gustavo, Rodriguez und Jung nach dem enttäuschenden 0:1 am Mittwochabend in Berlin.

Nur fünf Punkte nach fünf Spielen - den Start in die neue Saison hat der VfL verpatzt. Heute (18.30 Uhr) muss im Nord-Duell mit Werder Bremen ein Sieg her. Warum läuft es bei Wolfsburgs Fußball-Bundesligist noch nicht? Im Interview mit WAZ-Sportredakteur Engelbert Hensel spricht VfL-Abwehrchef und Ex-Bremer Naldo Klartext.

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