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Brandt zurück zum VfL? „Alles ist möglich“

VfL Wolfsburg Brandt zurück zum VfL? „Alles ist möglich“

Im Nachwuchsleistungszentrum des VfL entwickelte sich Julian Brandt zu einem der größten Talente im deutschen Fußball. Als er vor einem Jahr einen Profivertrag unterschreiben sollte, entschied er sich allerdings, Wolfsburg zu verlassen. Er ging nach Leverkusen.

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Julian Brandt: Beim VfL Wolfsburg spielte er von 2011 bis 2013 in der Jugend (l.), bei Bayer Leverkusen schaffte er schnell den Durchbruch (r.).

„Wir hatten uns sehr um ihn bemüht und ihn ungern ziehen lassen. Aber wir hatten keine Chance“, sagt Manager Klaus Allofs heute – und wirkt dabei noch immer enttäuscht. „Wenn Julian sieht, wie gut es jetzt bei uns läuft, hätte er sich vielleicht anders entscheiden sollen“, meint Allofs schmunzelnd – und fügt ernsthaft an: „Ich bin überzeugt davon, dass er auch bei uns diesen Weg gegangen wäre, den er in Leverkusen eingeschlagen hat. Ich verfolge seine Entwicklung genau und hatte sie in dieser Form erwartet.“

Am Samstag trifft Brandt mit Bayer auf den VfL. Zuvor sprach WAZ-Sportredakteur Robert Schreier mit dem 18-Jährigen.

WAZ : Wie geht es Ihnen, Herr Brandt?
Brandt : Moin, ja soweit überragend. Sportlich läuft alles super.

WAZ : Als Sie vor gut einem Jahr vom VfL nach Leverkusen gingen, hatten Sie sich da genau diese Entwicklung erhofft?
Brandt : Ja, ich habe in Leverkusen einen Riesensprung gemacht und viel erlebt. Ich habe Bundesliga-Spiele und -Tore gemacht, in der Champions League gespielt. Ich habe so viel an Erfahrung gewonnen. Ich würde den Schritt nie bereuen.

WAZ : Glauben Sie, dass diese Entwicklung beim VfL nicht möglich gewesen wäre?
Brandt : Ich bin mit Dieter Hecking super klargekommen. Und man sieht ja, wie überragend es der VfL gerade macht. Ich glaube, dass ich den gleichen Werdegang auch in Wolfsburg hätte machen können. Ob auch so schnell, weiß man nicht. Aber es wäre möglich gewesen.

WAZ : Ihre Entscheidung für Leverkusen wirkte dennoch sehr strikt...
Brandt : Ich habe mich ja nie gegen Wolfsburg entschieden. Ich hatte dort eine unfassbar schöne Zeit. Letztlich war es aber mein Bauchgefühl, das mir gesagt hat, dass ich etwas Neues will. Es hat einfach alles gepasst.

WAZ : Wieviel Anteil hat der VfL an Ihrer Entwicklung?
Brandt : Die Zeit von der U 15 bis zur U 19 setzt die Basis. Ich ernte jetzt die Früchte dessen, was ich in Wolfsburg gelernt habe - vor allem unter den Trainern Manfred Mattes und Dirk Kunert. Ich bin stolz darauf, was in den zweieinhalb Jahren beim VfL passiert ist. Ich denke, dass der Verein eines der besten Jugendinternate Deutschlands hat.

WAZ : Sie haben gesagt, dass Sie in der Defensive eine Bratwurst waren, bevor Sie nach Leverkusen gekommen sind...
Brandt (lacht): Ja, ich hatte unheimlich viel Glück in Leverkusen. Ich wurde nach meinem Wechsel schnell ins kalte Wasser geworfen, weil Sidney Sam verletzt war. Mein zweites Spiel war gleich in der Champions League. Dann kam ich in einen Lauf und habe wesentliche Schritte nach vorn gemacht - auch in der Defensivarbeit.

WAZ : Dieter Hecking hatte den VfL gerade übernommen, als Sie bei den Profis mittrainieren durften. Ahnten Sie damals, wohin sich die Mannschaft entwickeln würde?
Brandt : Ich durfte ja als 15-Jähriger bei Felix Magath reinschnuppern. Als ich dann bei Dieter Hecking wieder zu den Profis kam, habe ich gespürt, dass ich sich da etwas Großes entwickelt. Das blüht jetzt auf. Es hatte sich angebahnt, liegt aber auch daran, dass Dieter Hecking ein überragender Trainer ist.

WAZ : Auch für Sie persönlich?
Brandt : Ja, er wollte mir immer weiterhelfen. Auch er hätte mich in der Defensive verbessert.

WAZ : Ist Bayer Leverkusen für das Spiel am Samstag mit dem VfL auf Augenhöhe?
Brandt : Der eine oder andere wird sagen, dass der VfL klarer Favorit ist. Aber wir haben auch ein Superteam. Niemand kann abstreiten, dass wir die Qualität haben, den VfL zu schlagen. Ich denke, es kann ein richtig gutes Match werden.

WAZ : Können Sie sich vorstellen, nach Wolfsburg zurückzukehren?
Brandt : Klaus Allofs hatte mich beim VfL Wolfsburg mit den Worten verabschiedet, dass man sich immer zweimal im Leben sieht. Oft ist es ja tatsächlich so. Alles ist möglich. Aber ich bin bei Bayer Leverkusen sehr zufrieden mit meiner Situation.

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