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„Bin froh, dass es endlich so weit ist“

WAZ-Interview „Bin froh, dass es endlich so weit ist“

Er ist morgen der Gastgeber für rund 30.000 Fans in der VW-Arena. Goerg Poetzsch wird auch beim Derby zwischen dem VfL und Braunschweig der Stadionsprecher sein. Ob das was anderes ist als sonst, verriet er WAZ-Sportredaktur Robert Schreier.

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WAZ: Ist das Derby auch für Sie ein besonderes Spiel?

Poetzsch: Absolut! Es gab in den vergangenen Jahren mit dem VfL eine kleine Handvoll von Spielen, die mich schon Tage vorher beschäftigt haben - die Partien gegen Hannover etwa oder der Abstiegskrimi 2006 gegen Kaiserslautern. Das Spiel am Samstag gegen Braunschweig ist so eines aus der Kategorie. Für mich ist das vom Gefühl her so eine Mischung aus Weihnachten und Gedichtaufsagen in der Schule. Auf der einen Seite kannst du es kaum abwarten, auf der anderen Seite bist du froh, wenn es vorbei ist.

WAZ: Spüren Sie, wie wichtig die Partie für die VfL-Fans ist?

Poetzsch: Keine Frage. Das geht mir ja selber als VfL-Fan so. Ich habe fünf Jahre in Braunschweig gelebt. Mit Eintracht-Fahnen im Vorgarten der Nachbarn und so weiter. Da muss man durch. Nicht auszudenken, wie der Weg am Montagmorgen zur Arbeit wäre, wenn wir am Samstag keinen Heimsieg einfahren. Braucht sich aber keiner den Kopf zerbrechen. Die Punkte bleiben in Wolfsburg. Leiden werden am Montag im Büro die anderen....

WAZ: Wie gehen Sie mit der besonderen Atmosphäre in den Fanlagern am Samstag um?

Poetzsch: Ich bin sicher, an keinem geht dieses besondere Kribbeln vor solchen Spielen vorbei. Wenn für uns der Spieltag läuft, also ab 14.20 Uhr mit Start von Wölfe-TV, ist es vor allem eine professionelle Konzentration. Die besondere Herausforderung für mich ist bei solchen Spielen immer, den persönlichen Emotionen nicht zu sehr den Vortritt zu lassen. Klar ist: Ich bin immer und in erster Linie VfL-Fan. Ich bin aber auch mit dafür verantwortlich, dass die Gäste vernünftig behandelt werden.

WAZ: Was ist für Sie als Stadionsprecher am Samstag Tabu?

Poetzsch: Häme und Respektlosigkeit haben am Stadionmikro nichts zu suchen. So wie bei jedem anderen Gast in der Volkswagen Arena werden wir auch die Braunschweiger als gute und faire Gastgeber begrüßen.

WAZ: Was wird diesmal anders sein als sonst?

Poetzsch: Auf dem Papier ist es eines von 34 Spielen in dieser Saison. Aber im Herzen beider Fanlager sieht das natürlich ganz anders aus. Viele von uns würden der Mannschaft viel eher eine Niederlage mit sechs Gegentoren in München, Dortmund oder Leverkusen verzeihen als eine Pleite gegen Braunschweig. Wir mußten so lange warten auf ein direktes sportliches Kräftemessen in der 1. Liga mit diesem Verein aus der Nachbarschaft. Nach diesen ganzen kleinen, teils unterhaltsamen, teils eher peinlichen verbalen Scharmützeln beider Fanlager bei Facebook und Co., bin ich ehrlich gesagt froh, dass es jetzt endlich so weit ist.

WAZ: Womit rechnen Sie sportlich und atmosphärisch?

Poetzsch: Für viele Fans auf beiden Seiten ist es eines der Spiele des Jahres. Entsprechend wird auch die Atmosphäre im Stadion sein. Wir werden mit Sicherheit einen Wettstreit der beiden Fanlager über den lautesten, kreativsten und besten Support ihres Teams erleben, das allein dürfte schon weit vor Anpfiff im Stadion losgehen. Auf dem Platz erwarte ich in sportlicher Hinsicht einen klaren Heimsieg unserer Jungs. Das kann ich auch ohne grüne VfL-Brille klar so sagen.

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