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Bielefelds Torjäger aus Meinersen

VfL Wolfsburg Bielefelds Torjäger aus Meinersen

Er ist Arminias Torjäger: Fabian Klos spielt seit Juli 2011 für Bielefeld – doch das Fußballspielen gelernt hat der gebürtige Gifhorner in Meinersen. Bei der heimischen SV begann seine Karriere, über die Stationen MTV Gifhorn und VfL Wolfsburg II landete der hochgewachsene Angreifer bei den Ostwestfalen – und morgen (20.30 Uhr) will er im Halbfinale des DFB-Pokals den großen VfL ärgern. Vor dem Duell zwischen 3. und 1. Liga sprach der sympathische 27-Jährige mit AZ/WAZ-Sportjournalist Timo Keller über Sensationen, Freundschaften und die Heimat.

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Herausragender Stürmer der 3. Liga: Mit 20 Treffern in 32 Spielen führt der aus Meinersen stammende Fabian Klos von Arminia Bielefeld die Torjägerliste an.

Quelle: imago sportfotodienst

WAZ: Wie schwer werden Sie es dem VfL morgen machen, Herr Klos?
Klos: Jeder, der schon einmal in der Schüco-Arena auf der Bielefelder Alm gespielt hat, weiß, was hier passieren kann. Die Fans haben uns schon zu Siegen gegen Hertha, Bremen und Gladbach getragen. Und gegen Wolfsburg wird die Stimmung wieder überragend sein, da bin ich mir sicher.

WAZ: Wie groß ist bisher die Euphorie in der Stadt?
Klos: Mehr als groß! In der Vergangenheit gab’s einige nicht so positive Schlagzeilen für die Arminia-Fans. Die Menschen freuen sich auf die Partie, es ist ein Highlight, vergleichbar mit dem Aufstiegsspiel in die 2. Liga 2013.

WAZ: Hertha, Bremen, Gladbach - was macht die Arminia in dieser Saison zum Pokalschreck?
Klos: Es sind vor allem die Fans. Sie schaffen es, uns das Gefühl zu geben: Wir tragen euch zum Sieg. Sie sollen das Spiel genauso genießen wie wir es tun. Wir haben uns das Halbfinale hart erarbeitet - und wir haben nichts zu verlieren.

WAZ: Aber der VfL ist immerhin Zweiter in der Bundesliga…
Klos: ...und nach den Bayern die beste deutsche Mannschaft. Nach dem Aus in der Europa League ist der Pokal die große Chance für sie, noch einen Titel zu gewinnen. Darauf müssen wir uns einstellen. Aber ich bin mir sicher, dass der VfL uns auch nicht unterschätzen wird.

WAZ: Der VfL ist einer Ihrer Ex-Klubs - ist es ein besonderes Spiel für Sie?
Klos: Ja, weil es das Halbfinale im DFB-Pokal ist. Aber mich persönlich verbindet mit dem Verein nichts mehr. Ich kenne zwar noch ein paar Leute, doch Kontakt habe ich zu keinem mehr. Die Wege der Mannschaft, in der ich damals gespielt habe, sind danach auseinander gegangen. Und von denen hat’s auch keiner in den Profibereich geschafft.

WAZ: Verfolgen Sie denn noch Ihre anderen Ex-Klubs SV Meinersen und MTV Gifhorn?
Klos: Auch wenn ich nicht mehr so häufig zu Hause in Meinersen bin, weiß ich noch, was in der Heimat vor sich geht. Ich kenne nicht jedes Ergebnis, aber wenn etwas passiert, dann bekomme ich das mit. Ich hatte dort eine schöne Zeit und werde das nie aus den Augen verlieren. Ich habe noch viele Freunde in Meinersen und Gifhorn.

WAZ: Wie wichtig ist Ihnen der Kontakt in die Heimat?
Klos: Absolut wichtig, ich habe meine besten Freunde dort. Viele werden auch morgen vor Ort sein. Ich habe aus meiner Mannschaft die meisten Karten bestellen müssen - und zum Glück auch alle bekommen. Das macht das Spiel für mich natürlich auch besonders.

WAZ: Ist das ein kleiner Haken am Profisein? Dass man Freunde und Familie nicht so oft sieht?
Klos: Wenn man in einer anderen Stadt wohnt, dann ist das eben so. Aber es gibt ja heutzutage viele Möglichkeiten, in Kontakt zu treten. Ich bin froh darüber, dass ich so gute Freunde habe. Aber ich genieße jetzt auch die Zeit in Bielefeld.

WAZ: Waren Sie eigentlich schon immer Stürmer? Ihr Vater Michael war ein bekannter Torwart.
Klos: Stimmt, deshalb habe ich in der Jugend auch als Torwart angefangen. Aber das hatte sich schnell erledigt. Danach habe ich auf fast jeder Position mal gespielt. Aber in der C- oder B-Jugend hat sich dann gezeigt, dass ich das Tor sehr gut treffe.

WAZ: Und morgen könnten Sie mit Ihren Treffern die Arminia ins Pokalfinale schießen…
Klos: Ja, wir haben die Chance, etwas Historisches zu schaffen. Wir hätten uns vor der Saison nie träumen lassen, dass wir bis ins Halbfinale kommen. Das ist ein Bonusspiel. Aber wenn du schon so weit gekommen bist, dann sagst du nicht: Es ist mir egal, ob wir weiterkommen oder nicht. Dann willst du auch ins Finale.

WAZ: Hand aufs Herz: Würden Sie lieber ins Pokal-Endspiel oder aufsteigen?
Klos: Der Aufstieg ist natürlich etwas, für das wir ein Jahr lang hart gearbeitet haben. Das ist das große Ziel. Und für den Verein wäre das enorm wichtig. Aber wenn ich mir etwas wünschen dürfte - dann würde ich beides nehmen.

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