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Benaglio: Mir graut es vor der Beerdigung

VfL Wolfsburg Benaglio: Mir graut es vor der Beerdigung

Sechs Tage ist der Tod von Junior Malanda jetzt her. Die Profis des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten bereiten sich in Südafrika auf die Rückrunde vor und stecken gleichzeitig in der Trauerarbeit. Über die Gefühlslage innerhalb der Mannschaft und die schweren Momente, die noch auf das Team warten, sprach VfL-Kapitän Diego Benaglio in Kapstadt.

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Trainingsalltag in Südafrika: Kapitän Diego Benaglio und das VfL-Team.

Quelle: CP24

WAZ : Wie ist die Gefühlslage bei Ihnen und in der Mannschaft?

Benaglio: In einer solchen Situation ist es schwer, die richtigen Worte zu finden. Auf dem Platz sind wir bemüht, konzentriert zu arbeiten und damit professionell umzugehen. Aber die Momente, in denen du Zeit zum Nachdenken hast und dich die Gefühle einholen, sind nicht leicht.

WAZ: Wie versucht das Team denn, mit diesem Verlust umzugehen?

Benaglio: Ich erlebe die Mannschaft so, dass man sich extrem untereinander hilft und immer das Gespräch sucht, um dem anderen Hilfestellung zu geben und den Rücken zu stärken. Da macht es auch keinen Unterschied, ob jüngerer oder älterer Spieler. Das ist eine Situation, die noch keiner von uns erlebt hat.

WAZ: Trainer Dieter Hecking hat gesagt, dass Lachen auch erlaubt ist…

Benaglio: Es gibt Momente, in denen man sich gut ablenken kann. Und wem zum Lachen zumute ist, der soll auch lachen, da hat der Trainer Recht. Das heißt nicht, dass wir Junior für nur eine Sekunde vergessen. Aber wir müssen versuchen, wieder in den Alltag zu finden. Deshalb war es auch die richtige Entscheidung, nach Südafrika zu fliegen, um aus dem gewohnten Umfeld zu kommen und die Gefühle für einige Zeit beiseite legen zu können.

WAZ: Am Sonntag geht’s zurück nach Wolfsburg…

Benaglio: Mir graut nicht so sehr vor der Rückkehr nach Wolfsburg, aber vor dem Tag, an dem wir zur Beerdigung gehen. Das wird für uns alle ein ganz schwieriger Schritt, denn dann wird dir so richtig bewusst, dass es etwas Endgültiges ist. Aber es ist uns allen ein großes Anliegen, dort zu sein.

WAZ: Haben Sie schon einmal etwas Vergleichbares erlebt?

Benaglio: Was ich am Rande miterlebt habe und mich betroffen gemacht hat, war der Tod von Robert Enke. Das ging mir auch sehr nah. Aber wenn es einem Teamkollegen passiert, hat das noch mal eine ganz andere Bedeutung.

WAZ: Wie sehr helfen Ihnen die Gespräche mit dem Psychologen Dr. Marlovits?

Benaglio: Es tut gut, wenn man mit jemandem reden kann, der sich mit solchen Situationen gut auskennt und Hilfestellung anbieten kann. Das kann ein wichtiger Faktor sein, um uns auf das vorzubereiten, was noch auf uns zukommt.

WAZ: Gibt es die Überlegung in der Mannschaft, die Familie von Malanda in irgendeiner Form zu unterstützen?

Benaglio: Ein Kind zu verlieren, ist für Eltern sicher das Schlimmste, was passieren kann. Wenn wir der Familie irgendwie helfen können, ist das auf jeden Fall etwas, das wir besprechen werden. Aber damit wollten wir jetzt noch nicht auf die Familie zugehen.

tik

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