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Anton Donkor: Morgens um halb 5 ging es los

VfL Wolfsburg Anton Donkor: Morgens um halb 5 ging es los

Der Weg in den Leistungsfußball begann für Anton Donkor um halb 5. Ein halbes Jahr lang stand er nachts auf, um mit dem Zug von Göttingen nach Wolfsburg zu fahren, wo der Tag aus Schule und Training bestand, ehe er gegen 22 Uhr wieder daheim war.

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Linksaußen der A-Jugend: Anton Donkor spielt seit 2012 für den VfL Wolfsburg - und bastelt gerade am Abitur.

Quelle: Imago

Womit die Frage nach dem Ehrgeiz das U-19-Linksaußen schon beantwortet ist. „Sonst macht man sowas nicht.“ Schon gar nicht, wenn man gerade erst 15 ist.

Heute, drei Jahre später, ist ihm klarer denn je, dass sich das harte halbe Jahr (danach war dann ein Platz im VfL-Internat frei) gelohnt hat: Donkor ist mittlerweile Jugend-Nationalspieler, hat seinen ersten Profivertrag beim VfL unterschrieben und steht kurz vorm Abitur. Leistungskurse: Sport, Bio, Deutsch. „Hoffentlich klappt‘s, ich habe echt Lust, mich danach erstmal nur noch auf Fußball zu konzentrieren.“

Wie Leandro Putaro, Sturmkollege in der A-Jugend, kommt Donkor aus Göttingen, wo sich sein Vater (aus Essen) und seine Mutter (aus Ghana) einst im Studium kennenlernten. Sein zwei Jahre älterer Bruder Aaron spielt Basketball, bei BG Göttingen in der 1. Liga und jetzt bei Citybasket Recklinghausen in Liga 2, und womöglich wäre auch Anton Donkor bei der Korbjagd gelandet. „Aber mein Bruder sagte irgendwann zu mir: ,Hey, such‘ dir deine eigene Sportart.“ Und so blieb er beim Fußball, spielte beim RSV 05 und bei der JSG Lenglern/Harste, wo ihn Nachwuchskoordinator und Ex-Profi Mathias Stammann für den VfL entdeckte. Erst sagte Donkor ab, ein paar Monate später überlegte er es sich anders und schrieb eine Mail an B-Jugend-Trainer Steffen Brauer. Es folgten Probetraining, Vereinswechsel, nächtliches Aufstehen und im vergangenen Sommer Trainingslager und Freundschaftsspiele mit den Profis. „Seit ich für Wolfsburg spiele“, so Donkor, „habe ich ein Gefühl dafür, was es bedeutet, Profi zu sein. Und dafür arbeite ich.“

Plan B? „Mein Abi zu machen, ist mir wichtig, auch als zweites Standbein“, sagt er. An „irgendeiner Uni irgendwas mit Sport“, das wäre eine Alternative, aber an die denkt er jetzt noch nicht. Bei den Profis dranbleiben und vielleicht den Sprung in den deutschen U-19-Kader für die EM im Sommer schaffen, das ist gerade viel wichtiger. Hobbys? „Im Moment keine Zeit, nicht mal fürs Zocken an der Konsole, Abi geht vor.“ Träume? Ja, vor allem einen großen: „Ich würde es gern in den Bundesliga-Kader schaffen.“ Und einen kleinen: „Wenn ich das Abi bestehe, belohne ich mich vielleicht selbst mit einer neuen Playstation...“

apa

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